Immer lauter mit Ravels Bolero
Die schönsten Momente

Boléro, M. 81

Ravel präsentiert die schönsten Momente aus Bolero
Ich bin Maurice Ravel, und hier stelle ich dir die schönsten Momente meines Boléro vor. Du hörst, wie aus einem einzigen Thema und einem unbeirrbaren Rhythmus ein Ballett für Ida Rubinstein wurde, bei dessen Uraufführung 1928 in der Pariser Opéra gerufen und getrampelt wurde. Probier gleich  den Trainer aus , denn hier lernst du von mir und meinen Komponistenkollegen, unsere Stücke schon nach wenigen Takten zu erkennen.
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Ein sehr leiser Anfang mit sehr viel Ausdauer

Ich beginne Boléro so leise, dass man im Saal zuerst die Ohren spitzen muss, und mit der kleinen Trommel setzt gleich der Rhythmus ein, den sie danach bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Als Erste spielt die Flöte das Thema, während die Bässe sich fast die ganze Zeit mit denselben zwei Tönen begnügen, was man wohl sparsam nennen darf.

Alle dürfen mal, und das Thema bleibt gleich

Ich lasse in der Mitte nach und nach Klarinette, Fagott und fast jedes andere Instrument das Thema übernehmen, ein bisschen wie bei einer Feier, bei der reihum jeder ein Lied vorsingen darf. Das Thema bleibt dabei immer dasselbe, nur Lautstärke und Instrumentenmischung ändern sich, und ich habe selbst gesagt, dass jeder Konservatoriumsschüler das hinbekommen hätte, sobald er auf diese Idee gekommen wäre.

Ein Schluss mit Krach und Kurswechsel

Ich gönne mir kurz vor dem Ende einen plötzlichen Sprung nach E-Dur, und nach acht Takten stehe ich wieder in C-Dur, als wäre nichts gewesen. Bei der Premiere am 22. November 1928 an der Pariser Opéra haben die Leute geschrien und getrampelt, und nach so einem langen Anschwellen kann ich ihnen das kaum verübeln.
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Jetzt, wo die letzten Takte verklungen sind, bleibt bei mir ein ganz eigenes Gefühl zurück. Ich habe Boléro 1928 geschrieben, und dass ich damals ein Stück gefunden habe, das fast nur aus einem einzigen Gedanken besteht, hat mich selbst überrascht. Ich wollte ursprünglich Stücke von Isaac Albéniz orchestrieren, und als das nicht ging, habe ich kurzerhand etwas Eigenes erfunden. Vielleicht ist genau das der Reiz: Ein Thema, ein Rhythmus, und trotzdem hört man nach und nach immer neue Farben. Ich selbst habe über das Stück sehr nüchtern gesprochen und es ein Experiment in einer ganz besonderen, begrenzten Richtung genannt. Dass daraus später Olympiagold im Eiskunstlauf für Torvill und Dean im Jahr 1984 werden sollte, hätte ich mir wohl nicht träumen lassen. Hat dir der Blick auf die schönsten Momente von Boléro gefallen? Es gibt noch vieles mehr zu entdecken, zum Beispiel die Geschichte der Uraufführung an der Pariser Opéra oder die Frage, wie dieses Stück eigentlich als Ballett gedacht war. Klick gern auf die Links unten, um tiefer in Boléro einzutauchen. Und wenn du das Stück das nächste Mal hörst, achte einmal darauf, wie die kleine Trommel von der ersten bis zur letzten Minute nicht lockerlässt.