Großes Kino bei Mozarts Piano Concerto No 21
II. Andante

Piano Concerto No. 21 in C major, K. 467

Mozart präsentiert einen Hörführer zu II. Andante aus Piano Concerto No 21
Ich bin Wolfgang Amadeus Mozart und führe dich jetzt durch den zweiten Satz, das Andante, aus meinem Piano Concerto No 21. Du hörst, wie sich in die verträumte Ruhe eine schattige Wendung mit schmerzlichen Dissonanzen schiebt und danach das Helle zurückkehrt, und gerade dieser kurze Schatten macht die Ruhe ringsum so kostbar. Wie du unsere Stücke beim Hören erkennst, bringen dir meine Kollegen und ich hier ebenfalls bei, und du kannst es sofort  im Trainer testen .
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Ohren auf, Kopf aus

Im Andante musst du nur auf zwei Dinge achten: auf die Streicher und auf das Klavier, den Solisten des Konzerts. Die Streicher spielen zu Beginn mit Dämpfern, das sind kleine Klammern am Steg, die den Klang weich und leicht verschleiert machen. Unter der Melodie wiegen sie in Dreiergruppen, während das Klavier in Zweiergruppen darüber spielt, und das ergibt ein sanftes Pulsieren wie bei einem ruhigen Atem. Wenn du einmal den Faden verlierst, such einfach die singende Melodie, denn sie kommt immer wieder und nimmt dich an die Hand.

Gemütlich ist auch ein Tempo

Andante ist italienisch und heißt ungefähr „gehend“, gemeint ist also das Tempo eines entspannten Spaziergängers. Nach dem festlichen ersten Satz wollte ich dich nicht gleich weiterhetzen, sondern dir Zeit zum Aufatmen geben. In diesem Konzert folgt auf einen schnellen Satz ein langsamer und danach wieder ein schneller, und das Andante ist die stille Mitte dazwischen. Den Beinamen „Elvira Madigan“ habe übrigens nicht ich vergeben, er stammt von einem schwedischen Film aus dem Jahr 1967, der diesen Satz berühmt gemacht hat.

Drei Teile und kein Gedränge

Für diesen Satz habe ich eine schlichte dreiteilige Form in F-Dur gewählt. Das heißt: Erst kommt ein Anfang, dann ein Mittelteil, und am Ende kehrt der Anfang wieder zurück. Das ist wie ein Spaziergang, der vom hellen Garten in ein schattiges Zimmer führt und dich danach wieder ins Licht entlässt. Ich nehme dich gleich durch jeden dieser drei Teile einzeln mit, damit du unterwegs nichts verpasst.

Abschnitt 1: Ein Thema im Morgenmantel

Der Satz beginnt mit einem verträumten Thema, das die gedämpften Streicher ganz allein anstimmen, ohne jede Eile. Wir sind in F-Dur, und die Stimmung ist warm, ruhig und ein wenig versonnen. Sobald das Klavier dazukommt, schaukeln die Streicher weiter in ihren Dreiergruppen, während der Solist ihnen in Zweiergruppen antwortet. Dass die beiden dabei nicht im gleichen Takt denken und trotzdem so zärtlich zusammenpassen, ist für mich der Zauber dieses Anfangs.

Abschnitt 2: Eine Wolke schiebt sich vor die Sonne

Nach einer Weile bricht die Ruhe ab, und es zieht eine schattige Wendung herauf. Die Harmonien reiben sich aneinander, und diese Reibungen klingen fast wie ein leises Ziehen in der Brust. Das ist der Moment, in dem die Geschichte des Satzes ernst wird, denn nach so viel Wohlklang durfte ein Schatten nicht fehlen. Doch er bleibt nicht lange, und plötzlich kehrt die Helligkeit zurück, als hätte jemand die Vorhänge wieder aufgezogen.

Abschnitt 3: Heimkehr mit kleinem Umweg

Im dritten Teil kommt das Thema vom Anfang zurück, und du erkennst es wie ein vertrautes Gesicht in der Menge. Jetzt springt das Klavier mit großen Sprüngen zwischen hohen und tiefen Lagen hin und her, ganz so, als würde es den Raum noch einmal ausmessen. Kurz vor dem Schluss wende ich mich für einen Augenblick nach As-Dur, und das klingt, als würde sich ein Fenster in einen anderen Himmel öffnen. Dann beruhigt sich alles wieder, und du bleibst mit dem Gefühl zurück, dass dieser Spaziergang genau lang genug war.

Jetzt bist du an der Reihe

Und nun lade ich dich ein, das Andante selbst zu erleben. Drück auf Play und lass dich einfach von der Musik tragen, ganz ohne Eile. Denk beim Zuhören ruhig an das, was wir besprochen haben: die gedämpften Streicher, den Schatten in der Mitte und die Rückkehr des Themas. Ich hoffe, du erlebst diese Reise durch mein Andante mit derselben Spannung, mit der ich sie damals geschrieben habe.
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Nun sind wir am Ende des Andante angekommen, und ich hoffe, die Stille danach klingt bei dir noch ein wenig nach. Vielleicht hörst du jetzt die gedämpften Streicher mit ihrem sanften Wiegen und das Klavier mit seinen weiten Sprüngen noch einmal ganz anders als beim ersten Mal. Hat dir dieser Streifzug durch das Andante aus meinem Piano Concerto No 21 gefallen? Mir bedeutet dieser Satz viel, weil er so ruhig bleibt und doch im Inneren immer ein wenig in Bewegung ist. Ein Konzert hört man ohnehin nie ganz zu Ende, denn bei jedem Hören entdeckst du etwas, das dir vorher entgangen ist. Auch in meinem Piano Concerto No 21 gibt es noch einiges zu entdecken, vom leisen Marsch auf Zehenspitzen im ersten Satz bis zum übermütigen Rondo am Schluss. Wenn du neugierig geworden bist, klick dich einfach durch die Links, die ich dir hier bereitgestellt habe, und geh weiter auf Entdeckungsreise durch dieses Konzert. Ich freue mich darauf, dass du wiederkommst.