Freudig auf Spurensuche bei Bachs Jesu, Joy of Man's Desiring
Die schönsten Momente
Herz und Mund und Tat und Leben, BWV 147: Chorale "Jesu bleibet meine Freude"

Ich bin Johann Sebastian Bach, und hier führe ich dich durch die schönsten Momente aus „Jesu, Joy of Man's Desiring“. Du hörst, wie dieselbe schlichte Choralmelodie in meiner Kantate zweimal mit unterschiedlichem Text erklingt und sich im letzten Satz zu einem Klang voller Ruhe und Zuversicht rundet. Auf dieser Seite bringen meine Komponistenkollegen und ich dir auch bei, unsere Stücke beim Hören zu erkennen, und mit einer Runde im Trainer kannst du das gleich ausprobieren.
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Ein Bach, der einfach nicht aufhören will
Wenn ich das Stück eröffne, lasse ich die Streicher und Oboen in G-Dur sofort losplätschern, und zwar in einem 9/8-Takt, in dem alles in schaukelnden Dreiergruppen dahinfließt. Ein Bach, der fließt, ist vielleicht keine große Überraschung, aber ich bin eben ein Mann mit einem Hang zum Wasser, und die Musik wirkt dabei so gelassen, dass man sich gern auf die Uferwiese legt.
Die Melodie gehört gar nicht mir
Jetzt muss ich etwas gestehen: Wenn der Chor einsetzt und die ruhige, getragene Melodie singt, stammt sie von Johann Schop, und der Text dazu von Martin Janus aus dem Jahr 1661. Ich habe der Melodie nur ein Kleid aus fließenden Dreiern geschneidert, und es ist ein schöner Anblick, wie sie gelassen durch den Trubel der Instrumente schreitet, als stünde sie mitten im Bahnhof und hätte noch alle Zeit der Welt.
Zum Schluss gibt es noch ein Stück Kuchen
Dass ich dieses Stück ans Ende der Kantate Herz und Mund und Tat und Leben, BWV 147 gesetzt habe, war Absicht, denn es ist der zehnte und letzte ihrer Sätze, und er trägt den Titel „Jesus bleibet meine Freude“. Wer meint, er habe die Melodie schon einmal gehört, hat recht, denn sie kommt bereits im sechsten Satz vor, nur mit anderem Text, und ich mache es da wie ein guter Gastgeber, der den Gästen zum Abschied noch einmal das beste Stück vom Kuchen auf den Teller legt.
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Jetzt, wo die letzten Töne verklungen sind, bleibt bei mir immer ein warmes, ruhiges Gefühl zurück. Dieses Stück hat mich selbst ein wenig überlebt, denn aus einem Choral in meiner Kantate ist über die Jahre ein Lied geworden, das Menschen auf der ganzen Welt kennen. Das freut mich, auch wenn mir der englische Titel erst viel später mitgegeben wurde, nämlich durch die Klavierfassung von Myra Hess im Jahr 1926. Hat es dir Freude gemacht, die schönsten Momente von Jesu, Joy of Man's Desiring mit mir noch einmal durchzugehen? Wenn du Lust hast, gibt es noch viel mehr zu entdecken. Da ist zum Beispiel die Geschichte der Kantate Herz und Mund und Tat und Leben, die ich in Leipzig aus einem früheren Werk aus Weimar weiterentwickelt habe. Und dann ist da noch die Frage, wie dieselbe Melodie im Lauf der Zeit so unterschiedlich geklungen hat. Klick dich also gern durch die Links, die ich dir hier bereitgelegt habe, und hör dir das Stück in Ruhe in verschiedenen Fassungen an. Ich wünsche dir dabei viel Freude, und vielleicht entdeckst du bei jedem Hören etwas Neues.
