Johann Sebastian Bach
Komponist

1685 – 1750

Porträt von Bach
Ich bin Johann Sebastian Bach, und ich freue mich, dass du bei mir vorbeischaust. Auf dieser Seite erzähle ich dir die Geschichte meines Lebens, von Eisenach bis nach Leipzig. Auf dieser Seite lernst du mit meinen Komponistenkollegen und mir, meine Stücke wiederzuerkennen, sobald sie erklingen, und mit  dem Trainer  kannst du das gleich ausprobieren.
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Ein Waisenkind mit guter Stimme

Ich kam 1685 in Eisenach zur Welt, als jüngster Sohn eines Stadtmusikers, und Musik lag bei uns zu Hause einfach in der Luft. Das Glück hielt aber nicht lange: 1694 starb meine Mutter, und im Februar 1695 folgte mein Vater. Ich zog zu meinem älteren Bruder nach Ohrdruf, wo ich früh lernen musste, mich zurechtzufinden. Von 1700 bis 1702 sang ich dann als Chorknabe an der Michaelisschule in Lüneburg, und dort wurde aus dem Jungen mit der guten Stimme allmählich ein Musiker, der es wissen wollte.

Der Mann an den Orgelpfeifen

1703 bekam ich meine erste richtige Stelle als Organist an der Neuen Kirche in Arnstadt, und ich fühlte mich ziemlich erwachsen. Im Juni 1707 wechselte ich nach Mühlhausen an die Kirche St. Blasius, und im Oktober desselben Jahres heiratete ich meine Cousine zweiten Grades, Maria Barbara Bach. 1708 wurde ich in Weimar Hoforganist, und dort spielte ich die Orgel so, dass die Leute merkten: Der junge Mann ist keine Nebensache. 1714 machte man mich in Weimar zum Konzertmeister, was ungefähr heißt, dass ich nun auch das Orchester anführte.

Vom Fürstenhof ins Kaffeehaus

1717 unterschrieb ich in Köthen den Vertrag als Kapellmeister bei Fürst Leopold von Anhalt-Köthen. 1723 zog ich nach Leipzig und wurde Kantor an der Thomaskirche, und dort blieb ich bis zu meinem Tod im Jahr 1750. Leipzig war eine geschäftige Stadt, in der ich Schüler unterrichten, Kirchenmusik liefern und nebenbei eine Familie durchbringen musste. Ganz so streng, wie man mich sich vorstellt, war ich aber nicht, denn um 1732 bis 1735 entstand die Kaffeekantate, die wohl zum ersten Mal in Zimmermanns Kaffeehaus erklang und im Grunde eine kleine komische Oper ist.

Die Stücke, die man mir nicht mehr loswird

Das Brandenburgische Konzert Nr. 2 gehört zu den Stücken, die ich dem Markgrafen von Brandenburg widmete, und es klingt so festlich, dass sich die Trompete schon beim ersten Ton als Hauptperson fühlt. Die Air auf der G-Saite gibt einer langen Melodie über ruhigem Bass alle Zeit der Welt, das Präludium aus der Cello Suite Nr. 1 in G-Dur kommt mit einem einzigen Cello aus, und das Präludium Nr. 1 in C-Dur plätschert so freundlich dahin, dass man sich einfach darin ausruhen kann. Wenn du „Jesu, Joy of Man's Desiring“ hörst, spürst du, wie ruhig ein Stück sein kann, das trotzdem nie stillsteht, und die Goldberg-Variationen zeigen, wie viele Gesichter ein einziges Thema haben kann. Die Matthäus-Passion habe ich 1727 in Leipzig aufgeführt, und sie gehört zu dem Ernstesten und Größten, was ich geschrieben habe, während die Toccata und Fuge in d-Moll mit ihrem dramatischen Anfang bis heute jeden aufweckt, auch wenn manche Fachleute inzwischen bezweifeln, dass sie wirklich von mir ist.

Ein Verlust und eine volle Stube

1720 reiste ich nach Karlsbad, und während ich dort war, starb meine Frau Maria Barbara, sodass ich bei meiner Rückkehr vor einem unvorstellbaren Verlust stand. Am 3. Dezember 1721 heiratete ich die Hofsängerin Anna Magdalena Wilcke, und mit ihr zog neues Leben in ein Haus voller Kinder und Noten. Sieben Kinder hatte ich mit Maria Barbara, dreizehn mit Anna Magdalena, und bei zwanzig Kindern ist es im Haus wohl selten still gewesen. Vielleicht habe ich gerade deshalb so oft mehrere Melodien gleichzeitig durcheinanderlaufen lassen, denn ein bisschen Lärm war mir von zu Hause vertraut.

Späte Jahre und ein letzter Winter

Im Mai 1747 besuchte ich Friedrich II. in Potsdam, und aus diesem Besuch entstand mein Musikalisches Opfer. Um 1740 hatte ich mit der Kunst der Fuge begonnen und 1748 bis 1749 vollendete ich die h-Moll-Messe. Im März und April 1750 ließ ich mich von John Taylor an den Augen operieren, doch es wurde nicht besser. Am 28. Juli 1750 starb ich in Leipzig nach einem Schlaganfall, mit 65 Jahren, und die Kunst der Fuge blieb unvollendet liegen.

Erst vergessen, dann gefeiert

Die Kunst der Fuge erschien 1751, ein Jahr nach meinem Tod, doch die Welt hatte sich da schon anderer Musik zugewandt. Meine Stücke lagen lange eher im Schatten, und viele Leute kannten mich bestenfalls als einen gelehrten Orgelmeister von früher. Das änderte sich 1829, als Felix Mendelssohn die Matthäus-Passion aufführte und damit die Bach-Wiederentdeckung des neunzehnten Jahrhunderts auslöste. Seither spielen Musiker aller Richtungen meine Noten, und ich staune immer wieder, wie weit etwas reisen kann, das einmal für den Sonntagsgottesdienst gedacht war.

Was ich dir mitgeben möchte

Ich wünsche mir, dass du meine Musik nicht als etwas Feierliches betrachten, vor dem man still und steif sitzen muss. Setz dich bequem hin, schließ die Augen und lass die Melodien einfach kommen, wie Gäste, die man gern empfängt. Vielleicht beruhigt dich die Air, vielleicht macht dich das Brandenburgische Konzert munter, und vielleicht entdeckst du in einer Fuge, wie schön es ist, wenn mehrere Stimmen miteinander statt gegeneinander laufen. Wenn du nach dem Zuhören auch nur ein wenig ruhiger oder neugieriger bist als vorher, dann hat sich für mich die ganze Mühe gelohnt.
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Hat es dir Freude gemacht, mehr über mein Leben zu erfahren? Auf dieser Seite findest du einige meiner Werke, nämlich Air on the G String, Brandenburg Concerto No 2, Cello Suite No 1 in G Major Prelude, Goldberg Variations, Jesu, Joy of Man's Desiring, Prelude No 1 in C Major, St Matthew's Passion und Toccata and Fugue in D Minor. Klick dich gern durch die Links unten und hör dir an, was ich damals geschrieben habe.
Air on the G String
Orchestral Suite No. 3 in D major, BWV 1068: II. Air
Brandenburg Concerto No 2
Brandenburg Concerto No. 2 in F major, BWV 1047
Cello Suite No 1 in G Major Prelude
Cello Suite No. 1 in G major, BWV 1007: I. Prélude
Goldberg Variations
Goldberg Variations, BWV 988
Jesu, Joy of Man's Desiring
Herz und Mund und Tat und Leben, BWV 147: Chorale "Jesu bleibet meine Freude"
Prelude No 1 in C Major
The Well-Tempered Clavier, Book 1: Prelude No. 1 in C major, BWV 846
St Matthew's Passion
St Matthew Passion (Matthäus-Passion), BWV 244
Toccata and Fugue in D Minor
Toccata and Fugue in D minor, BWV 565