Mit der Stoppuhr bei Chopins Waltz in D-flat major, Op. 64 No. 1 "Minute Waltz"
Die schönsten Momente
Waltz in D-flat major, Op. 64 No. 1

Ich bin Chopin, und das hier sind die schönsten Momente meines „Waltz in D-flat major, Op. 64 No. 1 "Minute Waltz"“. Du hörst, wie in etwa zwei Minuten ein ganzer Walzer Platz findet, denn „Minute“ meint hier nichts anderes als „klein“ und ist keine Zeitvorgabe. Hier auf der Seite lernst du von mir und meinen Komponistenkollegen, unsere Stücke sofort zu erkennen, und im Trainer darfst du das gleich ausprobieren.
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Ein Hund jagt seinen Schwanz
Ich beginne den Walzer mit einem Wirbel von Tönen, bei dem man gar nicht merkt, wann man eingestiegen ist, weil er schon läuft, bevor man richtig hinhört. Die Tempoangabe lautet molto vivace und die Spielanweisung leggero, also sehr lebhaft und leicht, und die Geschichte erzählt, dass dahinter ein kleiner Hund steckt, der seinem eigenen Schwanz hinterherjagt, auch wenn niemand sicher sagen kann, wer sich das ausgedacht hat.
Kurz durchatmen, bitte
Wenn ich in die Mitte komme, lasse ich den Wirbel ausklingen, und es kehrt eine Ruhe ein, wie man sie nach einem kurzen Sprint zum Bus gut gebrauchen kann. Dieser Teil trägt die Anweisung sostenuto, also getragen, und eine breite, singende Melodie schwebt über der Begleitung, während das Pedal die Töne ineinanderfließen lässt und die Lautstärke immer wieder anschwillt und wieder zurückgeht.
Eine Minute? Von wegen
Am Schluss kehre ich zum flinken Anfang zurück, und so schließt sich der Kreis, als wäre die Ruhe in der Mitte nur eine kleine Verschnaufpause gewesen. Den Namen Minute Waltz hat übrigens mein Verleger erfunden, er sollte einen Walzer im Kleinformat andeuten, und wer das Stück wirklich in einer Minute spielen wollte, müsste die Finger so schnell bewegen, dass die Töne kaum noch zu zählen wären, während man sich in der Regel anderthalb bis zweieinhalb Minuten Zeit lässt.
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Das war er also, mein Walzer, der kaum länger dauert, als man braucht, um eine Tasse Tee einzuschenken. Hat es Ihnen gefallen, etwas über die schönsten Momente des Walzers in D-flat major, Op. 64 No. 1 "Minute Waltz" zu erfahren? Ich hoffe, Sie hören ihn jetzt mit anderen Ohren, vor allem die Stelle, an der der Wirbel kurz innehält und dem singenden Mittelteil Platz macht. Der Name "Minute" stammt übrigens gar nicht von mir, sondern von meinem Verleger, und er sollte einfach etwas Kleines, Zierliches andeuten. Wer ihn in einer einzigen Minute spielen wollte, würde ihm eher die Anmut nehmen, als etwas zu gewinnen. Und doch gibt es noch viel mehr zu entdecken: wie ich den Walzer Gräfin Delfina Potocka gewidmet habe, wie er in einer Zeit entstand, in der sich mein Leben veränderte, und welche Wege er später in anderen Händen genommen hat. Pianisten wie Godowsky, Reger und Hamelin haben ihn sogar in eigenen Paraphrasen weitergesponnen, und Barbra Streisand hat ihn gesungen. Wenn Sie neugierig geworden sind, klicken Sie einfach auf die Links, die Sie hier finden, und lassen Sie sich weiter durch diesen kleinen Walzer führen. Vielleicht setzen Sie sich danach selbst ans Klavier, oder Sie hören ihn einfach noch einmal, diesmal ganz in Ruhe.
Aufnahme: Olga Gurevich, Public domain
