Götterspott und Rüschenrock bei Offenbachs Can-Can (from Orpheus in the Underworld)
Die schönsten Momente
Galop infernal

Ich bin Jacques Offenbach, und ich führe dich durch die besten Momente aus dem Can-Can (from Orpheus in the Underworld). Du erfährst, was diese Musik so unwiderstehlich macht, dass meine Oper 1858 auf 228 Vorstellungen kam, obwohl schon hundert Abende als großer Erfolg galten. Wer unsere Stücke beim Hören erkennen möchte, ist hier richtig, denn meine Komponistenkollegen und ich zeigen dir, wie das geht, und du kannst es gleich im Trainer ausprobieren .
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Ein Auftakt ohne Anklopfen
Ich platze 1858 mit diesem Galop als Finale des zweiten Akts herein, und zwar so schwungvoll, dass sich im Saal niemand mehr an seinem Sitz festhalten konnte. Schon nach wenigen Takten merkt man, dass hier keine Götter in Ruhe auf Wolken sitzen, sondern eine Gesellschaft, die den Hut aufsetzt und losstürmt.
Die Melodie hat keine Bremse
Ich lasse in der Mitte die Melodie immer wieder von vorn losrennen, so wie ein Kind, das bei jeder Runde um den Tisch noch einmal "noch eine!" ruft. Der Galop ist eigentlich ein ganz anderer Tanz als der Can-Can, und trotzdem passt er so gut dazu, dass heute fast niemand mehr den Unterschied bemerkt.
Schildkröten und Federboas
Ich muss gestehen, dass ich den größten Ruhm erst nach meinem Tod 1880 geerntet habe, denn in den 1890er Jahren machten das Moulin Rouge und die Folies Bergère meine Musik zum Soundtrack für den Can-Can. Saint-Saëns hat mich später in seinem Karneval der Tiere sogar bei den Schildkröten zitiert, wo die Streicher meinen Galop in so müdem Tempo spielen, dass man ihm fast beim Einschlafen zusehen kann.
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Wenn ich heute auf diesen Galop zurückblicke, wundert es mich noch immer, wie weit er gekommen ist. Ich habe ihn als Schlusspunkt für einen übermütigen Theaterabend geschrieben, und er hat bis heute nicht aufgehört, Menschen in Schwung zu bringen. Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, dass in dieser Musik mehr steckt als nur ein schneller Tanz. Hat dir der Streifzug durch die schönsten Momente von „Can-Can (from Orpheus in the Underworld)“ Freude gemacht? Es gibt nämlich noch vieles zu entdecken: Ich habe die Oper 1858 und später noch einmal in einer größeren Fassung auf die Bühne gebracht, und beide haben ihren eigenen Reiz. Auch die Frage, wie der Galop im Lauf der Jahrzehnte zur Musik der Tänzerinnen in Paris wurde, lohnt einen genaueren Blick. Klick dich einfach durch die Links auf dieser Seite, dann kannst du tiefer in „Can-Can (from Orpheus in the Underworld)“ eintauchen. Ich würde mich freuen, wenn du dabei noch ein paar Überraschungen findest.
Aufnahme: Gnissah, Public domain
