Wankelmütige Herzen bei Verdis La donna è mobile
Die schönsten Momente
La donna è mobile

Hallo, ich bin Giuseppe Verdi, und hier präsentiere ich dir die schönsten Stellen aus La donna è mobile. Du hörst gleich, wie ich ein zynisches Spottlied über die vermeintliche Untreue der Frauen in eine derart unbeschwerte Melodie verpacke, dass sie bis heute jeder für ein fröhliches Liebeslied hält. Auf dieser Seite bringen meine Komponistenkollegen und ich dir außerdem bei, wie du unsere Musik sofort erkennen kannst, wenn du unseren Trainer ausprobierst .
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Pfeifverbot in Venedig
Ich lasse La donna è mobile im dritten Akt von Rigoletto mit einem federleichten Vorspiel von acht Takten beginnen, bei dem die Streicher und Holzbläser so schwungvoll loslegen, als hätte der Herzog von Mantua gerade seinen dritten Espresso getrunken. Die Melodie geht so schnell ins Ohr, dass ich meinem Tenor Raffaele Mirate vor der Premiere in Venedig 1851 strengstens verboten habe, sie außerhalb der Proben auch nur leise vor sich hin zu pfeifen.
Ein Herzog lässt keinen Takt aus
Im Mittelteil greife ich zu einem kleinen musikalischen Trick und lasse am Ende der Gesangsphrasen einfach den letzten Takt weg, sodass die Musik atemlos vorwärtsdrängt wie ein Gast, der auf einer Feier schon zur nächsten Gesprächsrunde schielt, bevor der Satz überhaupt beendet ist. Während der Herzog dabei spöttisch über die angebliche Unbeständigkeit der Frauen singt, halte ich das Orchester ohne schweres Blech und Schlagwerk ganz luftig, damit sein zynischer Text im charmantesten Gewand daherkommt.
Das geschmuggelte hohe H
Zum Schluss führe ich die beiden Strophen in ein glanzvolles Finale, bei dem der Sänger noch einmal zeigen darf, was seine Lunge hergibt, bevor das Orchester das Stück schwungvoll abrundet. Den berühmten, endlos gehaltenen hohen Schlusston habe ich übrigens gar nicht selbst in die Noten geschrieben, aber da sich Generationen von Tenören dieses hohe H wie ein unbestelltes Dessert einfach selbst gegönnt haben, drücke ich heute gnädig ein Auge zu.
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Aufnahme: Enrico Caruso, https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/
