Trubel im Bergkönigreich bei Griegs Peer Gynt Suite No 1
III. Anitra's Dance

Peer Gynt Suite No. 1, Op. 46

Grieg präsentiert einen Hörführer zu III. Anitra's Dance aus Peer Gynt Suite No 1
Ich bin Edvard Grieg, und ich erkläre dir jetzt den Satz III. Anitra's Dance aus meiner Peer Gynt Suite No 1. Du hörst, wie Streicher und ein Triangel im Tempo di Mazurka in a-Moll ganz leicht und zart tanzen, genau so weich und fein, wie ich diesen kleinen Tanz haben wollte. Auf dieser Seite bringen meine Komponistenkollegen und ich dir bei, unsere Stücke zu erkennen, sobald du sie hörst, und mit  dem Trainer  kannst du das gleich ausprobieren.
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Ein Orchester auf Diät

Du brauchst für diesen Satz kein Vorwissen, nur zwei offene Ohren und ein bisschen Lust auf einen Tanz. Die Hauptrolle spielen die Streicher, und sie übernehmen hier die Melodie, die Begleitung und beinahe alles andere ganz allein. Dazu kommt das Triangel, das mit kleinen, hellen Akzenten dazwischenfunkelt. Achte darauf, wie leicht und fast schwebend das Ganze klingt, denn nichts soll hier schwer auftreten.

Wer ist eigentlich Anitra?

Ich habe den Satz III. Anitra's Dance genannt, weil er zu einer Figur aus Ibsens Peer Gynt gehört. Anitra ist die Tochter eines Beduinenhäuptlings, und sie verführt Peer, während der sich gerade als Prophet ausgibt. Ein Prophet, der sich von einem Tanz den Kopf verdrehen lässt, ist schon eine hübsche Pointe. Ich wollte dafür einen weichen, zarten und schönen kleinen Tanz schreiben, nichts Lautes, sondern etwas, das sich eher anschleicht.

Ein Tanz mit Wiedersehen

Die passende Form zu finden war ein kleines Abenteuer, denn ich wollte einen Tanz, den man beinahe mitsummen kann. Ich habe „Tempo di Mazurka“ darübergeschrieben, die Tonart ist a-Moll, und das Tempo liegt bei ungefähr 160 Vierteln pro Minute. Der Satz besteht für mich aus vier Abschnitten, in denen ein Thema auftaucht, wiederkehrt, sich verändert und am Ende still wieder verschwindet. Ich nehme dich gleich bei jedem dieser Abschnitte einzeln an die Hand, also bleib dran.

Abschnitt 1: Auftritt auf Samtpfoten

Am Anfang erklingt das Hauptthema ganz leise in den Streichern, und du merkst sofort den wiegenden Schwung der Mazurka. Die Stimmung ist zurückhaltend und ein wenig geheimnisvoll, so als würde jemand den Raum betreten, ohne dass die Tür knarrt. Die Melodie ist kurz und eingängig, und genau das ist Absicht, denn du sollst sie wiedererkennen, wenn sie später zurückkommt. Merk sie dir gut, sie ist der rote Faden durch den ganzen Satz.

Abschnitt 2: Anitra wird übermütig

Nun kommt Bewegung in die Sache, und die Musik wird ein wenig verspielter als zuvor. Das Tempo bleibt im Tanzschritt, aber die Linien der Streicher springen und huschen lebhafter umher, und die Stimmung hellt sich spürbar auf. Hier hörst du, dass Anitra nicht nur zart, sondern auch ziemlich geschickt ist. Es ist ein kleiner Gegenpol zum Anfang, und gerade dieser Kontrast erzählt, wie sie Peer Schritt für Schritt um den Finger wickelt.

Abschnitt 3: Das kenne ich doch

Jetzt kehrt das Hauptthema zurück, und du darfst dich freuen, es sofort zu erkennen. Es klingt etwas voller und selbstbewusster als beim ersten Mal, so als wüsste Anitra inzwischen genau, dass der Tanz wirkt. Das Triangel hilft dabei, dem Ganzen ein zusätzliches Glitzern zu geben. Die Stimmung bleibt dabei charmant und leicht, aber du spürst, dass der Höhepunkt des Tanzes erreicht ist.

Abschnitt 4: Ausklang auf Zehenspitzen

Zum Schluss nimmt die Musik sich Stück für Stück zurück und wird leiser und dünner. Es ist, als würde die Tänzerin sich noch einmal drehen und dann unbemerkt in der Dunkelheit verschwinden. Die Stimmung kippt dabei nicht ins Traurige, sondern bleibt zart und ein klein wenig rätselhaft. So endet die Geschichte nicht mit einem Knall, sondern mit einem Lächeln, das noch einen Moment in der Luft hängt.

Play drücken, Schuhe aus

Jetzt lade ich dich ein, III. Anitra's Dance selbst zu erleben, und zwar am besten ohne Ablenkung. Drück auf Play und lass dich von der Musik einfach treiben. Wenn du magst, denk beim Zuhören an die vier Abschnitte, an das Thema, das immer wiederkommt, und an das Funkeln der Triangel. Ich hoffe, dass dir die Reise durch meinen Tanz so viel Freude macht wie mir, als ich ihn geschrieben habe.
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Wenn du jetzt noch einmal an Anitras Tanz denkst, bleibt vielleicht dieses leise, zarte Wiegen im Dreivierteltakt im Ohr, das ich mir als kleinen, schönen Tanz gewünscht habe. Es ist erstaunlich, wie viel Verführung in so einer unscheinbaren Musik steckt, und wie wenig Lärm sie dafür braucht. Peer hält sich in dieser Szene für einen Propheten, und ich habe ihm dazu einen Tanz geschrieben, der ihn auf die freundlichste Art um den Verstand bringt. Hat dir die Hörführung zu III. Anitra's Dance aus meiner Peer Gynt Suite No 1 gefallen? Ich hoffe, du hörst den Satz jetzt mit anderen Ohren und entdeckst beim nächsten Mal noch ein Detail, das dir vorher entgangen ist. Und es gibt noch viel mehr in der Peer Gynt Suite No 1 zu entdecken, denn die anderen Sätze erzählen ganz eigene Geschichten. Wenn du neugierig geworden bist, klick einfach auf die Links hier auf der Seite, dann kannst du tiefer in die Suite eintauchen. Ich freue mich, wenn wir uns dort wieder begegnen.