Aufgeschreckt von einem Paukenschlag bei Haydns Symphony No 94 in G major, Hob. I:94 "Surprise"
III. Menuetto: Allegro molto
Symphony No. 94 in G major, Hob. I:94

Ich bin Joseph Haydn, und jetzt erkläre ich Ihnen den dritten Satz meiner Sinfonie Nr. 94, das Menuetto: Allegro molto. Sie hören das schnellste und lebhafteste Menuett in allen meinen Sinfonien, mit einer derben Oompah-Begleitung, die eher zum Mitwippen als zum höfischen Tanzen passt. Unsere Stücke beim Hören zu erkennen, bringen meine Kollegen und ich Ihnen auf dieser Seite bei, und Sie dürfen sich gern gleich unseren Trainer vornehmen.
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Wer hier den Ton angibt und wer nur mitgeht
Für diesen dritten Satz brauchen Sie kein Vorwissen, nur die Bereitschaft, einmal kräftig mitzuwippen. Es spielen paarweise Flöten, Oboen, Fagotte, Hörner und Trompeten, dazu die Pauken und die Streicher. Hören Sie zuerst auf die Begleitung, denn sie macht dieses derbe „Um-ta-ta“, das an eine Dorfkapelle erinnert, und darüber läuft die Melodie munter dahin. Im Mittelteil lohnt sich ein Blick auf die Geigen, denn dort verdoppelt das Fagott sie eine Oktave tiefer, und das gibt dem Klang etwas Rundes.Ein Menuett, bei dem das Tanzpaar außer Atem gerät
Menuetto nenne ich den Satz, weil er an den alten höfischen Tanz anknüpft, den man an dieser Stelle in einer Sinfonie gewohnt ist. Gleich dahinter steht aber Allegro molto, und das heißt: sehr schnell, so schnell, dass ein Tanzpaar ganz schön ins Schnaufen käme. Mit diesem Tempo rückt der Satz weg vom gemütlichen Tanzmenuett und hin zu dem, was später Scherzo heißen wird. Unter allen Menuetten in meinen Sinfonien ist dieses das schnellste und lebhafteste.Ein Satz wie ein belegtes Brot
Bei der Form habe ich mich für etwas Klares entschieden, nämlich für ein Menuett mit Trio in dreiteiliger Form. Das ist weder eine Sonate noch ein Rondo, und das Ganze steht in G-Dur. Außen steht jeweils das Menuett, in der Mitte das Trio, das dem Satz eine andere Farbe gibt. Diese drei Abschnitte gehe ich jetzt nacheinander mit Ihnen durch.Abschnitt 1: Das Menuett prescht los
Der Satz beginnt in G-Dur und im sehr schnellen Tempo Allegro molto, und schon nach wenigen Tönen ist klar, dass hier niemand gemächlich schreitet. Die Begleitung stampft ihr rustikales „Um-ta-ta“, und die Melodie wirkt dabei bodenständig und fast so, als würde sie auf dem Dorfplatz getanzt. Nach dem Andante kippt die Stimmung damit ins Unbeschwerte und Kräftige. Auf diesen Schwung können Sie sich verlassen, er trägt den ganzen ersten Abschnitt.Abschnitt 2: Das Trio holt Luft
Im Mittelteil, dem Trio, ändert sich vor allem die Klangfarbe. Die Geigen führen die Melodie, das Fagott spielt sie eine Oktave tiefer mit, und dadurch klingt alles dunkler und weicher als zuvor. Es ist, als würde die Tanzgesellschaft kurz an einem Brunnen Halt machen, bevor das Fest weitergeht. Der Kontrast ist gewollt, denn er macht die Rückkehr des Anfangs erst richtig schön.Abschnitt 3: Alles zurück auf Anfang
Nach dem Trio kehrt das Menuett wieder, und Sie erkennen es sofort an dem derben Rhythmus der Begleitung. Wieder steht alles in G-Dur, und das Tempo ist so zügig wie zu Beginn. Weil Sie die Musik inzwischen kennen, hören Sie sie jetzt mit anderen Ohren, so wie man einen vertrauten Weg zum zweiten Mal anders wahrnimmt. Damit schließt sich die Dreiteilung, und das Finale kann kommen.Jetzt sind Sie dran
Nun lade ich Sie ein, dieses Menuett selbst zu erleben. Drücken Sie auf Play und lassen Sie sich von der Musik mitnehmen. Vielleicht denken Sie beim Hören an das, was wir besprochen haben: an das Um-ta-ta, an das Fagott im Trio und an das Tempo. Ich hoffe, die Reise durch mein Menuett begeistert Sie so sehr, wie es mich beim Komponieren begeistert hat.---
Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen, mehr über das Menuetto: Allegro molto aus meiner Sinfonie Nr. 94 in G-Dur, Hob. I:94 „Surprise“ zu erfahren. Vielleicht hören Sie diesen Satz jetzt mit anderen Ohren, denn er ist schneller und derber, als man es von einem Menuett gewohnt ist. Ein Tanz für gemächliche Schritte ist daraus kaum noch geworden, und genau darin liegt für mich der Reiz. Wenn Sie das Menuett nach dem Andante noch einmal hören, merken Sie vielleicht, wie sehr es nach frischer Luft und Bewegung klingt. Und doch gibt es in dieser Sinfonie noch viel mehr zu entdecken, als ich Ihnen hier zeigen konnte. Mein Andante mit seinem berühmten Akkord, der lebhafte Beginn des ersten Satzes und das Finale haben jeweils ihre eigenen Geschichten. Klicken Sie gern auf die Links hier auf der Seite, wenn Sie die Sinfonie weiter erkunden möchten. Ich wünsche Ihnen dabei viel Freude und offene Ohren.
