Nachtschwärmen mit Chopins Nocturne in E flat major
Die schönsten Momente
Nocturne in E-flat major, Op. 9 No. 2

Ich bin Frédéric Chopin, und das hier sind die schönsten Momente meines Nocturne in E flat major. Du hörst, wie eine einzige gesangliche Melodie in nur 34 Takten immer wiederkehrt und jedes Mal ein wenig anders schimmert, mal zart, mal mit einem Hauch von Wehmut. Wenn du magst, lernst du hier bei mir und meinen Komponistenkollegen, unsere Stücke zu erkennen, sobald sie erklingen, und das kannst du gleich in dem Trainer ausprobieren .
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Eine Hängematte mit Melodie
Ich lasse im Nocturne in E flat major die linke Hand ganz gemütlich im 12/8-Takt schaukeln, und das Tempo heißt Andante, also schön im Gehen und nicht im Laufschritt. Darüber singt die rechte Hand eine Melodie, die so klingt, als hätte sie eigentlich einen Sänger bestellt und nur zufällig ein Klavier bekommen.
Dieselbe Geschichte, jedes Mal ein bisschen schöner
Ich bringe die Melodie in der Mitte immer wieder zurück, und bei jedem Mal trägt sie mehr Verzierungen, wie ein Freund, der seine beste Anekdote bei jedem Erzählen ein wenig ausschmückt. Dazwischen führt eine sanft absteigende Passage wie eine kleine Treppe von einem Auftritt zum nächsten, und trotz der Dur-Tonart bleibt ein Hauch Wehmut im Raum.
Der Gast an der Tür
Ich beende das Stück mit einer kurzen Kadenz, und im vorletzten Takt steht senza tempo, also ohne festes Tempo, damit sich die Pianistin oder der Pianist noch einmal Zeit lassen darf, so wie jemand, der an der Tür noch einen letzten Satz sagt. Dann folgen ruhige Akkorde in der Grundtonart, und nach nur 34 Takten, dem kürzesten Stück dieser drei Nocturnes, ist alles vorbei, auch wenn es sich länger angefühlt hat.
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Jetzt, wo die letzten Akkorde verklungen sind, bleibt für mich ein ruhiger Moment, in dem ich noch einmal zurückschaue. Das Nocturne in E flat major ist mit seinen 34 Takten das kürzeste der drei Nocturnes in meinem Opus 9. Trotzdem passt darin erstaunlich viel Gefühl hinein, und das ist vielleicht das Schönste daran. Es braucht keine große Geste, um zu berühren, es genügt eine Melodie, die man gern ein zweites und ein drittes Mal hört. Am Ende lasse ich sie ganz leise ausklingen, mit einer kurzen Kadenz und im vorletzten Takt mit der Anweisung senza tempo, also ohne festes Zeitmaß. Dort darf die Zeit ein wenig stehen bleiben, und ich mag die Vorstellung, dass du in diesem Augenblick ebenfalls kurz die Luft anhältst. Hat dir die kleine Reise durch die schönsten Momente des Nocturne in E flat major gefallen? Ich hoffe, du hast beim Zuhören etwas von dieser stillen Wehmut gespürt, die trotz der Dur-Tonart nie ganz verschwindet. Es gibt aber noch viel mehr zu entdecken, als ich hier erzählen konnte. Du kannst zum Beispiel hören, wie nah dieses Stück den schlichteren Nocturnes von John Field steht und worin ich meinen eigenen Weg gegangen bin. Auch die beiden anderen Nocturnes aus dem Opus 9 lohnen sich, denn jedes von ihnen hat seinen eigenen Charakter. Und wer mag, kann einmal verschiedene Aufnahmen vergleichen und darauf achten, wie unterschiedlich dieselben Verzierungen klingen, wenn jemand anderes sie spielt. Wenn du Lust bekommen hast, tiefer einzutauchen, dann klick einfach auf die Links unter diesem Text. Dort findest du weitere Anregungen, um das Nocturne in E flat major noch besser kennenzulernen. Nimm dir dafür ruhig Zeit, denn diese Musik hat es nicht eilig und wartet gern auf dich.
