Auf Nymphenjagd bei Delibes' Sylvia
Die schönsten Momente

Sylvia, ou La nymphe de Diane, ballet in three acts (1876)

Delibes präsentiert die schönsten Momente aus Sylvia
Ich bin Delibes, und was du hier hörst, sind die schönsten Momente aus meinem Ballett Sylvia. Du begegnest einer jagenden Nymphe, die den Gott der Liebe verspottet und am Ende doch einem Schäfer ihr Herz schenkt, und jede dieser Melodien erzählt ein Stück davon. Auf dieser Seite bringen dir meine Kollegen und ich auch bei, unsere Stücke zu erkennen, sobald sie erklingen, und das kannst du gleich  im Trainer ausprobieren .
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Zupfen statt Streichen

Ich beginne das Pizzicato damit, dass die Streicher ihre Bögen beiseitelegen und die Saiten nur mit den Fingerspitzen zupfen, ganz leise und flink. Das klingt, als würden Heinzelmännchen auf Zehenspitzen durch den Orchestergraben huschen, und im dritten Akt tanzt Sylvia dazu ihr berühmtes Solo auf Spitze.

Ein Walzer mit Atempause

Ich springe nun zurück in den ersten Akt, wo die Valse Lente ganz sanft und schwingend im Dreiertakt einsetzt, obwohl hier eigentlich Jägerinnen unterwegs sind. Im heiligen Wald, in dem Sylvia und ihre Gefährtinnen auf den Schäfer Aminta treffen, klingt es, als hätte sogar der Wald beschlossen, einmal tief durchzuatmen.

Der Umzug, der nicht zu überhören ist

Ich lasse den Cortège de Bacchus mit kräftigem, festlichem Klang beginnen, als wollte die ganze Gesellschaft schon von Weitem ausrufen: Platz da, wir kommen! Im dritten Akt wartet der Schäfer Aminta noch auf sein Glück, und während der Festzug an ihm vorbeizieht, kommt er in diesem Trubel kaum zu Wort.
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Wenn ich auf diese Momente aus Sylvia zurückschaue, merke ich, wie viel Zartheit und Witz in einem Ballett stecken können. Bei der Uraufführung 1876 in Paris waren die Reaktionen noch gemischt, und niemand sprach von einem großen Triumph. Ein Jahr später sagte Tchaikovsky, es sei das erste Ballett, in dem die Musik nicht nur die Hauptsache, sondern das einzig Interessante sei. Darüber freue ich mich bis heute. Hat dir diese kleine Reise durch die schönsten Momente von Sylvia gefallen? Es gibt noch viel mehr zu entdecken, denn die Geschichte um die Nymphe, den Schäfer und den Liebesgott habe ich hier nur gestreift. Auch spätere Fassungen lohnen einen Blick, zum Beispiel die von Frederick Ashton aus dem Jahr 1952. Wenn du neugierig geworden bist, klick dich einfach durch die Links, die ich dir dazugelegt habe. Vielleicht hörst du danach den Cortège de Bacchus noch einmal und entdeckst darin etwas, das dir beim ersten Mal entgangen ist.