Mit Puderperücke bei Händel Sarabande
Die schönsten Momente
Sarabande from Keyboard Suite in D minor, HWV 437

Ich bin Georg Friedrich Händel, und das hier sind die besten Momente meiner Sarabande. Du hörst, wie aus einem leisen Cembalostück, das zwischen 1703 und 1706 entstanden ist, später die Musik wurde, die man vor allem mit dem Film Barry Lyndon verbindet. Meine Komponistenkollegen und ich zeigen dir auf dieser Seite übrigens auch, wie du unsere Stücke erkennst, sobald sie erklingen, und das kannst du gleich im Trainer ausprobieren .
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Gemächlich wie ein Sonntagnachmittag
Gleich zu Beginn lasse ich dich erst einmal Platz nehmen, denn in dieser Sarabande hat es wirklich niemand eilig. Ich habe sie für Cembalo geschrieben, und deshalb klingt jeder feierliche Akkord in d-Moll kurz auf und verabschiedet sich dann so höflich, als wollte er niemanden stören.
Die Melodie geht spazieren
In der Mitte schicke ich die Melodie auf eine kleine Wanderung, und ich lasse ihr dabei alle Zeit, die sie braucht. Es wird ein bisschen wehmütiger, aber nie dramatisch, denn mir ist ein leiser Seufzer lieber als ein lautes Drama.
Der Schluss, der gar keiner ist
Am Ende lasse ich die Sarabande ganz ruhig ausklingen, und ich gebe zu, dass ich dich damit ein wenig an der Nase herumführe, denn danach folgen noch zwei Variationen. Viel später, im Jahr 1975, hat Leonard Rosenman das Stück für den Film Barry Lyndon mit Streichern und Pauken ausgestattet, aber das war nicht mein Werk, denn mein Cembalo kam zu meiner Zeit ganz ohne Orchester aus.
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Das war sie also, meine Sarabande, und ich hoffe, sie hat dir beim Zuhören ebenso gut gefallen wie mir beim Schreiben. Hat dir der Streifzug durch die schönsten Momente der Sarabande Freude gemacht? Vielleicht ist dir dabei aufgefallen, dass sie viel weniger laut ist, als man ihr zutraut, und dass gerade darin ihre Kraft liegt. Es gibt noch einiges mehr an dieser Sarabande zu entdecken. Zum Beispiel stehen nach ihr noch zwei Variationen, die dieselbe Melodie in neuem Licht zeigen. Auch ihr Weg ins Kino, lange nach meiner Zeit, ist eine eigene Geschichte. Wenn du neugierig geworden bist, klick dich einfach durch die Links, die du hier findest, und geh der Sarabande noch ein Stück weiter nach. Vielleicht hörst du sie danach ganz anders, und vielleicht nimmst du dir dafür an einem ruhigen Nachmittag einfach vier Minuten Zeit.
Aufnahme: Constantin Stephan (harpsichord), CC BY-SA 4.0
