Höllisch charmant bei Mozarts Don Giovanni
Overture

Don Giovanni, K. 527, opera in two acts (1787)

Mozart präsentiert einen Hörführer zu Overture aus Don Giovanni
Ich bin Wolfgang Amadeus Mozart, und jetzt erkläre ich dir die Ouvertüre zu meinem Don Giovanni. Du hörst, wie auf einen donnernden Schlag in d-Moll ein heiteres D-Dur folgt, und so merkst du gleich, dass ich in dieser Oper Ernstes und Komisches mische. Hier auf der Seite zeigen dir meine Kollegen und ich auch, unsere Stücke zu erkennen, sobald sie erklingen, und mit  einer Runde im Trainer  kannst du das sofort versuchen.
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Ein Orchester, das erst brüllt und dann flüstert

Ich sage dir gleich zu Beginn, dass du bei dieser Musik keine einzelnen Instrumente heraushören musst, denn hier tritt das ganze Orchester als große Gemeinschaft auf. Am Anfang spielen alle gemeinsam wuchtige, schwere Akkorde, und jeder hat dieselbe Aufgabe, nämlich dich aufhorchen zu lassen. Danach werden sie leiser und tasten sich vorsichtig voran, als würde das Orchester auf Zehenspitzen durch einen dunklen Flur gehen. Dir reicht es völlig, auf drei Dinge zu achten: erst laut, dann leise und geheimnisvoll, und am Ende lebhaft und hell.

Warum das Stück Ouvertüre heißt

Eine Ouvertüre ist das Stück, das ich vor den ersten Vorhang setze, damit das Publikum schon weiß, in welche Stimmung es gleich eintaucht. Diese Oper ist ernst und komisch zugleich, und genau das wollte ich schon vor der ersten Szene hörbar machen. Außerdem kehren die Eröffnungsakkorde im zweiten Akt in der Musik der Statue wieder, dann aber mit verminderten Septakkorden, die noch unheimlicher klingen. Mein Werkverzeichnis nennt den 28. Oktober 1787 als Tag der Fertigstellung, also die Nacht vor der ersten Aufführung in Prag, und die Geschichte erzählt, ich hätte dafür die ganze Nacht durchgeschrieben.

Zwei Welten in einem Stück

Bei der Form wollte ich mir keine Schablone vorgeben, sondern habe sie dem Drama folgen lassen: erst eine düstere Einleitung, dann ein munteres Hauptstück. Du brauchst dafür keine Fachbegriffe wie Sonate oder Rondo, denn ich teile das Stück einfach in drei Abschnitte. Der erste ist der Donnerschlag in d-Moll, der zweite der geheimnisvolle Gang, und der dritte das helle Allegro in D-Dur. Ich nehme sie dir in den nächsten Absätzen einzeln vor, und du wirst merken, dass sie zusammen eine kleine Geschichte erzählen.

Abschnitt 1: Der Donnerhall

Das Stück beginnt mit einer donnernden Kadenz in d-Moll, schwer und laut und ohne jede Vorrede. d-Moll ist für mich die Tonart von Tod und Gericht, und deshalb steht sie ganz vorn. Du hörst also gleich zu Beginn, wohin die Geschichte führt, auch wenn du es noch nicht ahnst. Das Orchester lässt dir kaum Zeit zum Atmen, und dieser Ernst bleibt im Ohr, auch wenn die Musik danach ganz anders klingt.

Abschnitt 2: Schritte im dunklen Flur

Nach dem Donner folgt eine kurze, geheimnisvolle Passage, in der die Musik plötzlich leise und unsicher wird. Die Stimmung wechselt hier von Wucht zu Spannung, und man weiß nicht, was hinter der nächsten Ecke wartet. Ich lasse dich absichtlich einen Moment im Ungewissen, so wie die Oper an mancher Stelle bewusst im Ungefähren bleibt. Dieser Abschnitt ist kurz, aber er ist die Brücke, über die du vom Schrecken ins Heitere gelangst.

Abschnitt 3: Plötzlich Sonnenschein

Dann wechselt die Musik nach D-Dur und in ein heiteres Allegro, und alles wird hell und beweglich. Hier hörst du den Leichtsinn eines Mannes, der unbekümmert durch sein Leben tanzt und an die Folgen nicht denken mag. Der Wechsel von Moll nach Dur ist der größte Stimmungsumschwung des Stücks, und er zeigt, dass Ernst und Komik bei mir nebeneinander wohnen dürfen. Wenn du dir den Anfang gemerkt hast, spürst du unter der guten Laune den Schatten, der weiter mitläuft.

Jetzt bist du dran

Jetzt lade ich dich ein, die Ouvertüre selbst zu erleben. Drück auf Play und lass dich von der Musik mitnehmen. Behalte beim Zuhören ruhig im Kopf, was wir eben besprochen haben. Ich hoffe, dass dich die Reise durch meine Ouvertüre so packt, wie sie mich damals beim Schreiben gepackt hat.
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Jetzt kennst du die Ouvertüre zu meinem Don Giovanni etwas genauer, und ich hoffe, du hörst sie nun mit anderen Ohren. Hat dir dieser Hörführer zur Ouvertüre aus Don Giovanni gefallen? Wenn du das nächste Mal den donnernden Akkord in d-Moll hörst, weißt du schon, dass danach das geheimnisvolle Innehalten kommt und dann das helle D-Dur. Vielleicht erinnerst du dich dann auch daran, dass diese wuchtigen Akkorde im zweiten Akt noch einmal auftauchen, wenn die steinerne Statue zum Abendessen erscheint. So schließt sich ein Kreis, der schon in den ersten Sekunden des Abends beginnt. Die Ouvertüre ist aber nur der Anfang, denn in Don Giovanni gibt es noch viel mehr zu entdecken. Da ist zum Beispiel das Duett Là ci darem la mano, in dem Giovanni versucht, Zerlina für sich zu gewinnen. Und es lohnt sich, die Geschichte dieser Oper zu verfolgen, die in einem einzigen Tag spielt und im Finale ihr dramatisches Ende findet. Wenn du neugierig geworden bist, klick einfach auf die Links hier auf der Seite. Dort kannst du weiter in meinen Don Giovanni eintauchen und die Musik, die Figuren und die Geschichte dahinter noch besser kennenlernen.