Pyotr Ilyich Tchaikovsky
Komponist

1840 – 1893

Porträt von Tchaikovsky
Ich bin Pyotr Ilyich Tchaikovsky, und ich freue mich, dass du bei mir vorbeischaust. Gleich erzähle ich dir die Geschichte meines Lebens, von den Anfängen in Votkinsk bis zu meinen letzten Jahren. Auf dieser Seite bringen dir meine Kollegen und ich außerdem bei, meine Stücke sofort zu erkennen, sobald sie erklingen, und mit dem Üben kannst du  im Trainer loslegen .
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Ein Jurist wider Willen

Ich bin am 7. Mai 1840 in Votkinsk zur Welt gekommen, mitten in der russischen Provinz, als zweiter Sohn eines Bergbauingenieurs namens Ilya. Mit vierzehn Jahren habe ich meine Mutter durch die Cholera verloren, und dieser Verlust hat mich mein Leben lang begleitet. Von 1850 bis 1859 habe ich in St. Petersburg die Rechtsschule besucht. Die Musik hat sich davon aber nicht beeindrucken lassen und ist die ganze Zeit leise im Hintergrund mitgelaufen, wie ein Hund, der dem Besitzer unauffällig hinterhertrottet.

Der Umweg über die Noten

Im Jahr 1862 habe ich mich am gerade eröffneten Konservatorium in St. Petersburg eingeschrieben und bei Anton Rubinstein studiert. Das war ein ziemlicher Wechsel, vom Aktenstaub in die Notenhefte. 1865 habe ich meinen Abschluss gemacht und war damit endlich ein Komponist mit Urkunde. Wenig später, 1866, hat man mir eine Stelle am neu gegründeten Konservatorium in Moskau angeboten, und damit hat mein eigentliches Berufsleben begonnen.

Lehrer in Moskau, Komponist nachts

In Moskau habe ich von 1866 bis zu meinem Rücktritt im November 1878 unterrichtet, und das war ein Dutzend Jahre mit ziemlich viel Papierkram und wenig Schlaf. Tagsüber habe ich Studenten erklärt, wie Musik funktioniert, und in der übrigen Zeit habe ich sie geschrieben, zum Beispiel 1869 die Fantasie-Ouvertüre Romeo and Juliet, die übrigens kein Ballett ist, wie viele glauben. Ab Ende der 1870er Jahre hat mich Nadezhda von Meck finanziell unterstützt, und wir haben uns vierzehn Jahre lang Briefe geschrieben. Dank ihr konnte ich das Unterrichten aufgeben und mich ganz aufs Komponieren verlegen.

Schwäne, Nüsse und ein Klavier, das kämpft

Mein Swan Lake wurde am 4. März 1877 im Moskauer Bolshoi Theatre uraufgeführt, und seine Melodien sind so traurig und schön, dass man ihnen am liebsten ein Taschentuch reichen würde. Im Piano Concerto No 1 ringen Pianist und Orchester miteinander, als ginge es um einen Preis. The Nutcracker erklang erstmals am 18. Dezember 1892 im Mariinsky Theatre, und darin klingt es nach Zuckerwerk, Spielzeug und kleinen Wundern. Die Symphony No 6 habe ich am 28. Oktober 1893 selbst dirigiert, und sie ist mein ehrlichstes Stück, voller Sehnsucht und am Ende ganz leise.

Die kürzeste Ehe der Musikgeschichte

Am 18. Juli 1877 habe ich Antonina Milyukova geheiratet, und das war ein Fehler, den ich schnell bemerkt habe. Schon am 6. Oktober desselben Jahres war die Ehe zu Ende, nicht einmal drei Monate nach der Hochzeit. Das war eine schwere Krise für mich, und ich habe sie überstanden, indem ich weiterschrieb und mich auf Nadezhda von Meck und ihre Briefe verlassen habe. Danach schrieb ich weiter, so gut ich konnte.

Von New York nach St. Petersburg

Am 15. Januar 1890 wurde mein Ballett The Sleeping Beauty im Mariinsky Theatre in St. Petersburg uraufgeführt, und im Oktober desselben Jahres kam der letzte Brief von Nadezhda von Meck. Am 5. Mai 1891 habe ich in New York zur Eröffnung der Carnegie Music Hall meinen Coronation March dirigiert, was für einen Mann aus der russischen Provinz eine ziemlich weite Reise war. Nur neun Tage nach der Uraufführung der Symphony No 6 bin ich am 6. November 1893 in St. Petersburg gestorben, mit 53 Jahren. Offiziell war es die Cholera, die vom Genuss ungekochten Wassers gekommen sein soll, doch es gibt auch eine andere Theorie, die nie bewiesen wurde, und so bleibt manches bis heute ungeklärt.

Was von mir bleibt

Meine Ballette werden heute auf der ganzen Welt getanzt, und es vergeht kaum eine Spielzeit, in der nicht irgendwo ein Schwan über die Bühne gleitet. Die 1812 Overture, die ich 1882 für eine Ausstellung in Moskau geschrieben habe, ist bis heute bei großen Konzerten im Freien beliebt. Viele Menschen, die sonst nie ein Konzert besuchen, kennen meine Melodien, ohne es zu wissen. Das freut mich mehr, als ein Denkmal es könnte, denn Musik soll gehört werden und nicht im Regal verstauben.

Mein Geschenk an dich

Ich möchte dir mit meiner Musik zeigen, dass man Gefühle nicht verstecken muss, auch nicht die traurigen. Wenn du das Piano Concerto No 1 hörst, darfst du dich mitreißen lassen, und bei Swan Lake darfst du gern ein bisschen träumen. Mit The Nutcracker kannst du dich für eine Stunde wieder wie ein Kind fühlen, und die Symphony No 6 ist für die Augenblicke da, in denen man ehrlich mit sich selbst sein will. Hör einfach zu, und wenn dir dabei einmal das Herz eng oder weit wird, dann habe ich meine Arbeit richtig gemacht.
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Hat es dir Freude gemacht, etwas über mein Leben zu erfahren? Auf dieser Seite kannst du meine Werke entdecken, darunter den Nussknacker, das Klavierkonzert Nr. 1, Schwanensee und die Symphonie Nr. 6. Klick einfach auf die Links unten und hör hinein, ich freue mich auf deinen Besuch.
Nutcracker
The Nutcracker, Op. 71, ballet in two acts (1892)
Piano Concerto No 1
Piano Concerto No. 1 in B-flat minor, Op. 23
Swan Lake
Swan Lake, Op. 20, ballet in four acts (1877)
Symphony No 6
Symphony No. 6 in B minor, Op. 74 ("Pathétique")