Taktlos am Klavier bei Saties Gnossienne No 1
Die schönsten Momente
Gnossienne No. 1

Ich bin Erik Satie, und das hier sind die besten Momente meiner Gnossienne No 1. Du hörst die Stellen, an denen die schwermütige Melodie, die ich um 1890 für Klavier allein geschrieben habe, am längsten nachklingt, und das macht diese Minuten lohnend. Auf dieser Seite zeigen dir meine Komponistenkollegen und ich auch, wie du unsere Stücke erkennst, sobald sie erklingen, und du kannst gleich den Trainer ausprobieren .
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Langsam, und zwar mit Absicht
Ich beginne das Stück mit der Anweisung „Lent“, und das heißt schlicht langsam, damit sich niemand Hoffnungen auf Eile macht. Taktangabe und Taktstriche habe ich ganz weggelassen, sodass die Melodie auf dem Klavier wie eine Katze durchs Zimmer schleichen darf, der kein Metronom etwas zu sagen hat.
Ein Spaziergang ohne Stadtplan
Ich schicke die Melodie in der Mitte auf Wanderschaft, und ob das mit dem Labyrinth von Theseus und dem Minotaurus zu tun hat, weiß ich selbst nicht so genau. Die Töne biegen mal hierhin und mal dorthin ab, aber verlaufen tun sie sich nie, auch wenn es sich ein bisschen so anhört.
Abgang ohne Applaus
Ich lasse das Stück am Ende nicht mit einem großen Knall enden, sondern es zieht sich leise zurück wie ein Gast, der zur Tür hinausgeht, ohne dass es jemand bemerkt. Das Klavier bleibt dabei bis zum letzten Ton allein, und ich finde, mehr Gesellschaft braucht diese Musik auch gar nicht.
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Damit bin ich am Ende angekommen, und die letzten Töne der Gnossienne No 1 hängen noch ein wenig im Raum. Ich habe das Stück 1890 aufgeschrieben, und zum ersten Mal gedruckt wurde es 1893 im Le Figaro musical, damals noch unter einer anderen Nummer als heute. Dass es über hundert Jahre später in einem Film wie Chocolat zu hören sein würde, hätte ich mir nicht vorgestellt. Vielleicht liegt das daran, dass diese Musik nichts erklären will und einfach da ist, ruhig und ein bisschen rätselhaft. Hat es dir Freude gemacht, die schönsten Momente der Gnossienne No 1 mit mir zu entdecken? Ich hoffe es, denn es gibt an diesem Stück noch viel mehr zu erkunden, zum Beispiel wie es zu den anderen Gnossiennes passt und wie ich mit meiner Musik in jener Zeit in Paris gelebt habe. Klick dich gern durch die Links, die du hier findest, und geh auf eigene Faust weiter auf Entdeckungsreise. Und wenn du das Stück das nächste Mal hörst, lass dir Zeit und hör einfach zu, wohin die Melodie dich trägt.
Aufnahme: La Pianista, Public domain
