Napoleon vom Sockel gestoßen bei Beethovens Symphony No 3 "Eroica"
IV. Finale. Allegro molto
Symphony No. 3 in E-flat major, Op. 55

Ich bin Ludwig van Beethoven, und jetzt erkläre ich dir den Satz „IV. Finale. Allegro molto“ aus meiner Symphony No 3 „Eroica“. Du hörst ein Thema, das ich schon in einem Contredanse und in meinem Prometheus-Ballett benutzt hatte, und hier verwandle ich es in Variationen, bis sogar eine Fuge daraus wird. Wie man unsere Stücke beim Hören erkennt, lernst du auf dieser Seite auch von mir und meinen Komponistenkollegen, also versuch es doch einmal im Trainer .
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Ein Thema, viele Gesichter
Bei „IV. Finale. Allegro molto“ hörst du am besten auf ein einziges Thema, das immer wieder in neuer Verkleidung auftaucht. Die Streicher tragen es meistens, doch Flöten, Oboen, Klarinetten und Fagotte übernehmen es zwischendurch und geben ihm jedes Mal eine andere Klangfarbe. Hörner und Trompeten sorgen für den Glanz, und die Pauke setzt genau dort ein Ausrufezeichen, wo es spannend wird. Wenn du dir das Thema einmal gemerkt hast, wird der Satz zu einer Art Suchspiel, und das dauert nur neun bis dreizehn Minuten.Warum der Letzte so schnell läuft
„Finale“ heißt schlicht, dass dies der Schlusssatz meiner Symphonie ist, und er soll alles Vorherige krönen. „Allegro molto“ bedeutet „sehr schnell“, und ich wollte damit gleich zu Beginn klarmachen, dass hier niemand mehr ausruht. Nach dem Trauermarsch und dem flinken Scherzo brauchte ich keinen braven Ausklang, sondern einen Satz, der die ganze Symphonie mit Schwung zu Ende führt. Das Thema habe ich übrigens nicht neu erfunden, es stammt aus meinem Ballett The Creatures of Prometheus, denn was sich bewährt hat, verwende ich gern noch einmal.Kein Schema F, sondern Variationen
Bei der Form habe ich lange überlegt, und herausgekommen ist weder ein klassischer Sonatensatz noch ein Rondo, sondern ein Satz aus Variationen in Es-Dur. Dazu kommen fugenartige Stellen, ein langsamer Abschnitt im Poco andante und zum Schluss ein Presto, und das alles passt in gut vierhundert Takte. Hier nenne ich dir die Abschnitte nur kurz, damit du dir ein Bild machen kannst. In den nächsten Absätzen nehme ich sie dann einzeln vor, einen nach dem anderen.Abschnitt 1: Der Auftakt mit Anlauf
Der Satz beginnt im Allegro molto, also sehr schnell, und das Orchester stürmt los, als hätte es lange auf diesen Moment gewartet. Das Thema selbst erscheint zunächst ganz schlicht und zurückhaltend, fast als wollte es sich erst einmal vorstellen. Gerade diese Einfachheit ist Absicht, denn aus einem einfachen Gedanken lässt sich am meisten machen. Merk dir deshalb gut, wie es klingt, denn du wirst es gleich in vielen Varianten wiedertreffen.Abschnitt 2: Das Thema im Kostümverleih
Jetzt folgen die Variationen, und das Thema wechselt dabei ständig Tempo, Stimmung und Instrument, bleibt aber immer erkennbar. Ich kannte es schon gut, denn ich hatte es in meiner Contredanse WoO 14 Nr. 7 und in den Klaviervariationen Op. 35 benutzt. Mal tanzt es leicht, mal marschiert es kraftvoll, und die Tonart bleibt dabei Es-Dur, sodass der Satz fest im Heldenton verankert ist. Du hörst also immer dieselbe Figur, nur mit anderem Gesichtsausdruck, und genau darin liegt der Reiz.Abschnitt 3: Die Fuge, ein Kreis von Verfolgern
Dann wird es streng und dicht, denn nun kommt eine Fuge, in der die Stimmen nacheinander mit dem Thema einsetzen. Stell dir ein Gespräch vor, in dem alle denselben Satz sagen, aber jeder einen Takt später beginnt. Die Spannung steigt, weil sich die Stimmen überlagern und das Orchester immer voller klingt. Nach so viel Verschachtelung ist die Musik bereit für einen ganz anderen Ton.Abschnitt 4: Plötzlich Ruhe im Saal
Nun bremse ich das Tempo kräftig ab, und im Poco andante wird die Musik langsam, warm und innig. Das Thema klingt hier fast wie ein Gebet, und nach dem Wirbel davor wirkt diese Ruhe beinahe überraschend. Du darfst hier ruhig durchatmen, denn die Stimmung wechselt von Kampf zu Zuversicht. Aber lass dich nicht täuschen, denn ich habe noch etwas vor.Abschnitt 5: Der Schlussspurt ohne Bremse
Zum Schluss drehe ich im Presto das Tempo noch einmal weit auf, und der Satz endet in einer rasenden Coda. Die Musik jagt nach vorn, die Bläser strahlen, und die Pauke treibt alles weiter an. Nach den Variationen, der Fuge und der Ruhe davor ist das der große Jubel, mit dem das Orchester die Symphonie beschließt. Wenn der letzte Akkord verklungen ist, hast du den ganzen Weg des Themas miterlebt, vom schlichten Anfang bis zum Triumph.Jetzt bist du dran
Jetzt lade ich dich ein, „IV. Finale. Allegro molto“ selbst zu erleben. Drück auf Play und lass dich einfach von der Musik mitnehmen. Vielleicht denkst du beim Zuhören an das, was wir besprochen haben, an das Thema, die Fuge und den Schlussspurt. Ich hoffe, dass dich die Reise durch dieses Finale genauso packt, wie sie mich beim Komponieren gepackt hat.---
Ich hoffe, es hat dir Freude gemacht, den Hörführer zu „IV. Finale. Allegro molto“ aus meiner Symphony No 3 „Eroica“ kennenzulernen. Wenn du jetzt beim Hören merkst, wie ein schlichtes Thema Schritt für Schritt wächst, dann ist das genau das, was ich dir zeigen wollte. Meine „Eroica“ hat noch viel mehr zu bieten, als in einem einzigen Satz Platz findet, und es lohnt sich, ihr immer wieder zuzuhören. Klick einfach auf die Links hier auf der Seite, um noch tiefer in meine Symphony No 3 „Eroica“ einzutauchen.
