Pauken und Trompeten bei Charpentiers Te Deum Prelude
Der Hörführer
Te Deum in D major, H. 146: I. Prelude

Herzlich willkommen, ich bin Marc-Antoine Charpentier und begleite dich hier durch den Hörführer zu meinem Te Deum Prelude. Es lohnt sich, hier genau auf das Wechselspiel zwischen der glänzenden Trompete und dem übrigen Ensemble zu achten, weil gerade dieser Kontrast dem Marsch seinen prachtvollen Charakter verleiht. Hier auf der Plattform zeigen andere Komponisten und ich dir übrigens auch, wie du unsere Stücke schon nach wenigen Takten erkennen kannst, also starte gleich den Trainer .
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Ein Orchester im Sonntagsstaat
Wenn du mein Te Deum Prelude hörst, solltest du zuerst auf das Zusammenspiel zwischen der glänzenden Trompete, den kräftigen Pauken und den warmen Streichern achten. Von meinen vier erhaltenen Vertonungen des Te Deum ist dieses Werk mit der Katalognummer H. 146 tatsächlich das einzige, dem ich überhaupt Trompeten und Pauken spendiert habe. Dazu gesellen sich noch Flöten, Oboen und die tiefen Instrumente vom Basso continuo, die dem Ganzen wie ein stabiles Fundament den Rücken stärken. Du kannst dir diese Besetzung wie eine festliche Gesellschaft vorstellen, bei der die Trompete das große Wort führt, während die anderen Instrumente das Gespräch charmant am Laufen halten.Vorhang auf ohne ein einziges Wort
Der Name Te Deum Prelude verrät eigentlich schon ganz genau, welche Aufgabe dieses kurze Instrumentalstück in meinem großen Werk übernimmt. Ein Prelude ist nämlich nichts anderes als ein musikalisches Vorspiel, das die Zuhörer auf den eigentlichen lateinischen Lobgesang Te Deum einstimmt. In den zehn folgenden Abschnitten meines rund fünfundzwanzigminütigen Werkes treten dann acht Gesangssolisten und ein gemischter Chor auf den Plan. Aber hier am Anfang gehört die Bühne noch ganz allein den Instrumenten, die quasi den roten Teppich für den großen Dankgottesdienst ausrollen.Immer schön im Kreis herum
Für den Aufbau vom Te Deum Prelude habe ich mir eine Marche en rondeau ausgesucht, also einen festlichen Marsch im geraden Zweiertakt mit einem wiederkehrenden Hauptgedanken. Bei einem Rondeau kehrt das markante Hauptthema wie ein guter alter Bekannter immer wieder zurück, nachdem andere kurze Abschnitte erklungen sind. Dieses Wechselspiel zwischen der stolzen Fanfare und den sanfteren Zwischenspielen sorgt dafür, dass die Musik gleichzeitig vertraut und abwechslungsreich klingt. Schauen wir uns jetzt gemeinsam Schritt für Schritt an, wie ich diese einzelnen Abschnitte aneinandergereiht habe.Abschnitt 1: Auftritt mit Pauken und Trompeten
Gleich im ersten Abschnitt präsentiere ich dir das Hauptthema in D-Dur, einer Tonart, die ich in meiner Schrift Regles de composition als freudig und sehr kriegerisch beschrieben habe. Die Trompete und die Pauken legen in einem stolzen Marschtempo los, das sofort für eine feierliche und hellwache Stimmung sorgt. Nach den ersten acht Takten, die heute als Erkennungsmelodie im Fernsehen berühmt sind, greifen die Streicher und Holzbläser diesen schwungvollen Gedanken auf. Damit ist der festliche Grundton in D-Dur gesetzt, an den du dich im weiteren Verlauf des Stücks immer wieder erinnern wirst.Abschnitt 2: Wenn die Streicher das Wort übernehmen
Im zweiten Abschnitt schicke ich die Trompete und die Pauken erst einmal in eine kurze Pause, damit sich die Klangfarbe spürbar verändert. Stattdessen übernehmen die Streicher, Flöten und Oboen die Führung und lassen die Musik deutlich weicher und fließender klingen. Das straffe Marschtempo bleibt zwar erhalten, aber ohne das schmetternde Blech wirkt die Stimmung plötzlich viel gelöster und fast ein wenig tänzerisch. Kurz darauf hole ich das glanzvolle Hauptthema in D-Dur schon wieder zurück, damit niemand vergisst, dass wir uns mitten in einer großen Feier befinden.Abschnitt 3: Ein sanfter Abstecher vor dem großen Finale
Für das nächste Zwischenspiel wage ich einen kleinen Ausflug in verwandte Tonarten, wodurch die Musik eine nachdenklichere und wärmere Schattierung bekommt. Hier plaudern die Holzbläser und Streicher ganz entspannt miteinander, als würden sie sich abseits des großen Festzugs kurz im Schatten unterhalten. Doch diese ruhigere Episode dauert nicht lange, denn schon bald kündigt sich die Rückkehr in unser strahlendes D-Dur an. Zum Abschluss lasse ich noch einmal die volle Besetzung mit der Trompetenfanfare und den Pauken antreten, um das Vorspiel mit maximalem Glanz zu beenden.Jetzt bist du an der Reihe
Nun lade ich dich herzlich dazu ein, dir mein Te Deum Prelude selbst einmal in voller Länge anzuhören. Drück einfach auf den Startknopf und lass dich von den festlichen Klängen mitten ins Paris des siebzehnten Jahrhunderts entführen. Achte beim Zuhören ruhig ein wenig darauf, wie sich die stolze Trompetenfanfare mit den sanfteren Momenten der Streicher und Bläser abwechselt. Ich hoffe sehr, dass dir dieser musikalische Streifzug durch mein Te Deum Prelude genauso viel Freude bereitet wie mir damals beim Komponieren!---
Hat es dir Freude gemacht, mein Te Deum Prelude heute einmal mit ganz wachen Ohren zu begleiten? Rund um das Te Deum Prelude gibt es noch viele weitere spannende Dinge zu entdecken, von der Entstehungsgeschichte bis zu meinen liebsten Stellen in der Musik. Klicke einfach auf die Links hier auf der Seite, wenn du noch tiefer in die Welt rund um das Te Deum Prelude eintauchen möchtest.
