Zauberei und Prüfungen mit Mozarts Die Zauberflöte
Die Handlung in Kürze
Die Zauberflöte, K. 620, opera in two acts (1791)

Ich bin Wolfgang Amadeus Mozart, und hier erzähle ich dir die Handlung meiner Oper Die Zauberflöte. Du erfährst, wie Prinz Tamino aufbricht, um Pamina aus den Händen Sarastros zu retten, und warum der vermeintliche Bösewicht am Ende ein weiser Anführer ist. Auch meine Komponistenkollegen und ich helfen dir hier dabei, unsere Stücke zu erkennen, sobald sie erklingen, und wenn du Lust hast, kannst du es gleich im Trainer ausprobieren .
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Eine Schlange, drei Damen und ein Märchen mit Hintertür
Stell dir eine Serie vor, die damit beginnt, dass ein Prinz vor einer Schlange davonläuft und von drei Damen gerettet wird. Genau so beginnt meine Zauberflöte, die ich 1791 für ein Wiener Vorstadttheater geschrieben habe, im letzten Jahr meines Lebens. Es geht um Liebe, um eine rachsüchtige Königin, um einen Mann, den zuerst alle für einen Schurken halten, und um Prüfungen mit Feuer und Wasser. Wer die Geschichte kennt, weiß, dass hier nichts so bleibt, wie es am Anfang aussieht, und genau darin liegt der Reiz.Die Hauptfiguren, erste Staffel
Tamino – Der Prinz, ein Tenor, rennt am Anfang vor einer Schlange davon und verliebt sich wenig später in das Bild einer jungen Frau. Er ist mutig, ehrlich und manchmal ein bisschen gutgläubig, denn er glaubt der Königin zuerst jedes Wort. Seine Zauberflöte hilft ihm später durch jede Prüfung.Pamina – Die Tochter der Königin der Nacht ist ein Sopran und lebt in Sarastros Palast, wo sie weit weg von ihrer Mutter festgehalten wird. Sie ist klug und gefühlvoll und lässt sich nicht herumschieben. Als sie glaubt, Tamino habe sie im Stich gelassen, verzweifelt sie beinahe, doch am Ende besteht sie die Prüfungen mit ihm.
Papageno – Der Vogelfänger, ein Bariton, ist der Mann für die leichten Momente: immer gut gelaunt, ein wenig ängstlich und auf der Suche nach einer Frau. Er bekommt Zauberglöckchen, die ihm aus mancher Klemme helfen. Die Prüfungen besteht er nicht, doch am Ende wird er trotzdem belohnt.
Königin der Nacht – Die Königin der Nacht, ein Koloratursopran, tritt zuerst als verzweifelte Mutter auf, deren Tochter Pamina in Sarastros Hände geraten ist. Damit gewinnt sie Taminos Mitgefühl und schickt ihn los. Doch sie ist die eigentliche Gegnerin der Geschichte, und im zweiten Akt drückt sie ihrer Tochter ein Messer in die Hand.
Die Hauptfiguren, zweite Staffel
Sarastro – Sarastro, ein Bass, wirkt zunächst wie der Schurke: Er hat Pamina in seinen Palast geholt, und die Königin zeichnet ihn als Bösewicht. Dann zeigt sich, dass er der wohlwollende Anführer einer weisen Gemeinschaft ist. Er will, dass Tamino und Pamina durch Prüfungen reifen, und stellt damit das ganze Bild von Gut und Böse auf den Kopf.Papagena – Papagena, die zuerst als alte Frau auftaucht, ist Papagenos Gegenstück. Sie verwandelt sich in eine junge Frau, nachdem Papageno versprochen hat, sie zu heiraten. Sie ist verspielt und die Belohnung dafür, dass Papageno trotz aller Fehler ein gutes Herz behält. Ihre gemeinsame Szene gehört zu den heitersten der Oper.
Die drei Damen – Diese drei Dienerinnen der Königin retten Tamino gleich in der ersten Szene, indem sie die Schlange töten. Sie sind entschlossen und völlig loyal gegenüber ihrer Herrin und helfen ihr, den Prinzen auf seine Mission zu schicken. Ohne sie käme die Handlung gar nicht erst in Gang.
Die drei Knaben – Die drei Knaben führen Tamino und Papageno durch das fremde Land und geben ihnen Rat, wenn die beiden nicht weiterwissen. Sie wirken wie kleine, kluge Wegweiser, die ruhiger bleiben als alle Erwachsenen um sie herum. Zusammen mit den drei Damen verkörpern sie die Zahl Drei, ein Symbol der Freimaurer.
Akt 1: Schlange, Bild und Glöckchen
Eine Schlange und drei Retterinnen – Die Oper beginnt mitten in der Gefahr: Tamino flieht vor einer Schlange, bis ihn die drei Damen der Königin der Nacht retten. Damit ist sofort klar, dass hier kein gemütliches Märchen erzählt wird, sondern eines mit Spannung und Tempo. Zugleich zeigt der Anfang, dass der Prinz noch viel lernen muss.Ein Bild und ein Versprechen – Tamino sieht das Bild Paminas, verliebt sich augenblicklich und schwört, sie aus Sarastros Gewalt zu befreien. Die Königin der Nacht verspricht ihm daraufhin die Tochter zur Frau. So bekommt die Geschichte ihren Antrieb: eine Liebe, die noch gar nicht begonnen hat, und eine Mutter, die ihre eigenen Pläne verfolgt.
Flöte, Glöckchen und drei Knaben – Papageno erhält Zauberglöckchen, Tamino eine Zauberflöte, und drei Knaben sollen die beiden auf ihrem Weg leiten. Beide Geschenke sind mehr als Spielzeug, denn sie werden den Männern in gefährlichen Augenblicken weiterhelfen. Mit diesen Instrumenten bekommt die Oper ihre Klangfarbe: hier das helle Klingeln der Glöckchen, dort der weiche Ton der Flöte.
Sarastro dreht das Blatt – Im Palast treffen Pamina und Papageno aufeinander, und Tamino bezaubert mit seiner Flöte sogar die Tiere. Dann erscheint Sarastro, entpuppt sich als wohlwollend, nicht als Bösewicht, und kündigt an, dass die Liebenden Prüfungen bestehen müssen. Wer eben noch den Schurken erwartet hat, muss sein Bild von der Geschichte umbauen.
Akt 2: Schweigen, Feuer und Wasser
Prüfungen für Schweigen und Tugend – Tamino und Papageno müssen Prüfungen bestehen, in denen es um Schweigen und Tugend geht. Das klingt trocken, ist aber spannend, weil gerade der redselige Papageno am wenigsten dafür geschaffen ist. Pamina erlebt währenddessen das Schlimmste: Sie glaubt, Tamino habe sie verlassen, und verzweifelt beinahe.Die alte Frau und Papagena – Papageno trifft auf eine alte Frau und verspricht ihr, sie zu heiraten. Kaum hat er das gesagt, verwandelt sie sich in Papagena. Die Prüfungen besteht er trotzdem nicht, aber die Oper ist großzügig genug, ihn dennoch zu belohnen. Für ihn ist das genau der Ausgang, den er sich gewünscht hat.
Feuer, Wasser und die Flöte – Tamino und Pamina bestehen gemeinsam die Prüfungen mit Feuer und Wasser, und die Flöte hilft ihnen dabei. Papageno ruft seine Papagena mit den Glöckchen herbei. Hier zeigt sich, dass Ernst und Fröhlichkeit auf ganz verschiedenen Wegen zum Glück führen.
Die Nacht verliert – Die Königin der Nacht greift mit ihrem Gefolge an, doch sie verschwindet in ewiger Dunkelheit. Die Priester feiern den Sieg der Sonne über die Nacht. Es war meine letzte Oper, und ich starb nur zwei Monate nach der Premiere. Ein hoffnungsvolleres Finale hätte ich mir kaum wünschen können.
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Am Ende der Oper steht das Licht über der Nacht, und ich finde, das ist ein schöner Gedanke, mit dem man ein Stück verlassen kann. Ich schrieb die Zauberflöte 1791, in meinem letzten Lebensjahr, und vielleicht hört man ihr gerade deshalb an, wie sehr mir Wärme und Zuversicht am Herzen lagen. Prinz Tamino und Pamina finden durch Feuer und Wasser zueinander, und selbst der etwas ängstliche Papageno bekommt am Ende seine Papagena. Es darf also jeder auf seine Weise glücklich werden, auch wer die Prüfungen nicht ganz besteht. Hat es dir Freude gemacht, die Handlung der Zauberflöte kennenzulernen? Ich hoffe es sehr, denn diese Geschichte lässt sich nicht nur einmal erzählen. Es gibt noch vieles in meiner Oper zu entdecken, zum Beispiel die Musik selbst, die Menschen, die sie damals zum ersten Mal sangen, und die Ideen, die zwischen den Zeilen mitschwingen. Wenn du neugierig geworden bist, dann klick doch auf die Links hier auf der Seite, und ich nehme dich gern ein Stück weiter mit hinein in meine Zauberflöte.
