George Gershwin
Komponist

1898 – 1937

Porträt von Gershwin
Ich bin George Gershwin, geboren in New York, und ich habe mein Leben der Musik gewidmet. Heute möchte ich dir die Geschichte meines Lebens erzählen, von den ersten Klaviertönen in meiner Kindheit bis zu meinen letzten Jahren. Auf dieser Seite helfen dir meine Kollegen und ich außerdem, meine Stücke wiederzuerkennen, wenn du sie hörst, und wenn du Lust hast, kannst du es gleich  im Trainer ausprobieren .
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Ein Jakob namens George

Ich kam am 26. September 1898 in New York zur Welt, und eigentlich hieß ich Jacob Gershwine. Meine Eltern waren jüdische Einwanderer aus dem Russischen Reich, und mit meinen Geschwistern Ira, Arthur und Frances ging es zu Hause selten leise zu. Die Schule habe ich mit 15 verlassen, aber das heißt nicht, dass ich nichts gelernt hätte: Klavier bei Charles Hambitzer bis zu seinem Tod 1918, Komposition unter anderem bei Rubin Goldmark. Von 1932 bis 1936 setzte ich mich sogar noch einmal bei Joseph Schillinger in den Unterricht, und trotzdem hält sich das Gerücht hartnäckig, ich hätte nie etwas Ordentliches gelernt.

Ein Lied aus dem Süden und ein Korb aus Paris

Mein erster großer Treffer im ganzen Land war 1919 das Lied „Swanee“, den Text dazu schrieb Irving Caesar. Plötzlich summten Leute meine Melodie, die noch nie von mir gehört hatten. In den zwanziger Jahren wollte ich dann bei Ravel Unterricht nehmen, doch er lehnte ab, und es heißt, er habe befürchtet, ich würde bei ihm nur schlechten Ravel schreiben und meine Gabe für Melodien verlieren. Wie er es genau gesagt hat, weiß niemand sicher, aber ich nehme die Geschichte gern als Kompliment.

Zwischen Hupen und Notenblättern

New York war meine Stadt, und mein erster Job dort hieß Song Plugger auf der Tin Pan Alley. Das bedeutet, dass ich für 15 Dollar die Woche den ganzen Tag am Klavier saß und neue Lieder vorspielte, damit die Leute die Noten kauften. Aus dieser Schule des schnellen Melodienfindens kam ich zum Broadway, wo ich mit Ira, der die Texte schrieb, ein Stück nach dem anderen auf die Bühne brachte. „Oh, Kay!“ von 1926 trug sogar den Namen der Komponistin Kay Swift, mit der ich zehn Jahre lang eine Affäre hatte, geheiratet haben wir nie.

Ein Blues im Konzertsaal

Am bekanntesten ist meine Rhapsody in Blue, an der ich am 7. Januar 1924 zu arbeiten begann. Ferde Grofé richtete sie für das Orchester von Paul Whiteman ein und war am 4. Februar fertig, die Orchesterfassung stammt also nicht von mir. Bei der Uraufführung am 12. Februar 1924 in der Aeolian Hall in New York spielte ich selbst den Klavierpart, im Konzert „An Experiment in Modern Music“. Das Stück klingt, als hätte sich ein Jazzclub kurzerhand in einen Konzertsaal gesetzt und fühlte sich dort sofort zu Hause.

Der Pulitzer-Preis, der an mir vorbeiging

1931 gewann Of Thee I Sing als erstes Musical den Pulitzer-Preis für Drama, doch der Preis ging an George S. Kaufman, Morrie Ryskind und meinen Bruder Ira, nicht an mich. Schwerer wog 1935 Porgy and Bess, das am 30. September in Boston uraufgeführt wurde und am Broadway auf nur 124 Vorstellungen kam. Den Text hatte DuBose Heyward geschrieben, und manche fanden die Darstellung der Afroamerikaner fragwürdig, auch Virgil Thomson übte Kritik. Finanziell war das Werk zunächst ein Misserfolg, die Anerkennung kam erst später.

Palmen, Kopfschmerzen und ein viel zu früher Schluss

Nach dem schwierigen Start von Porgy and Bess zog ich nach Hollywood und schrieb die Musik zu den Filmen Shall We Dance und A Damsel in Distress. Auch einige Lieder für The Goldwyn Follies entstanden noch, der Film kam aber erst nach meinem Tod heraus. Anfang 1937 quälten mich heftige Kopfschmerzen, und ich roch immer wieder verbrannten Gummi. Am 9. Juli 1937 brach ich zusammen, im Cedars of Lebanon Hospital in Los Angeles entfernten die Ärzte einen großen Hirntumor, und am 11. Juli starb ich mit 38 Jahren.

Es wird auch ohne mich nicht still

Mein Lied „They Can't Take That Away from Me“ bekam nach meinem Tod eine Oscar-Nominierung. 1985 erhielten Ira und ich gemeinsam die Congressional Gold Medal. Im Jahr 2007 wurde zu Ehren von uns beiden der Gershwin Prize for Popular Song gegründet. Und Porgy and Bess, das anfangs so viel Gegenwind hatte, fand mit der Zeit seine Anerkennung, nicht zuletzt durch die Aufführung der Houston Grand Opera 1976.

Was ich dir mitgeben möchte

Ich wünsche mir, dass du bei meiner Musik nicht an Regeln denkst, sondern einfach zuhörst. Du musst nichts über Klassik wissen, um bei einer Melodie zu lächeln oder bei einem Rhythmus mit dem Fuß zu wippen. Fang am besten mit der Rhapsody in Blue an, denn dort begegnen sich Jazz und Konzertsaal auf ganz selbstverständliche Weise. Wenn du danach das Gefühl hast, ein Stück New York sei kurz bei dir im Wohnzimmer vorbeigekommen, dann habe ich alles erreicht.
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Ich hoffe, es hat dir Freude gemacht, mehr über mein Leben zu erfahren, von den ersten Jahren in New York bis zur Rhapsody in Blue und darüber hinaus. Auf dieser Seite kannst du dir jetzt meine Rhapsody in Blue in Ruhe anhören und entdecken, was in dieser Musik alles steckt. Klick einfach auf die Links unten, und ich nehme dich gern mit hinein.
Rhapsody in Blue
Rhapsody in Blue