Richard Wagner
Komponist

1813 – 1883

Porträt von Wagner
Ich bin Richard Wagner, Komponist, Dirigent und Theatermensch aus Leipzig, und ich freue mich, dass Sie zu mir gefunden haben. Auf dieser Seite erzähle ich Ihnen die Geschichte meines Lebens, von meiner Kindheit bis zu meinen letzten Jahren. Hier auf dieser Seite bringen meine Komponistenkollegen und ich Ihnen übrigens auch bei, meine Stücke zu erkennen, sobald sie erklingen, und Sie können es gleich  im Trainer ausprobieren .
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Neuntes Kind, null Chancen auf ein ruhiges Leben

Ich kam 1813 in Leipzig zur Welt, als neuntes und jüngstes Kind, da hatte meine Mutter wirklich schon Übung. Mein Vater starb ein halbes Jahr nach meiner Geburt, und meine Mutter lebte danach mit dem Schauspieler Ludwig Geyer zusammen. Deshalb hieß ich bis zu meinem vierzehnten Lebensjahr Wilhelm Richard Geyer, und ob Geyer wirklich mein Vater war, weiß bis heute niemand sicher. Nach Geyers Tod 1821 ging ich in Dresden auf die Kreuzschule, und später lernte ich Komposition bei Theodor Weinlig, dem Thomaskantor, der dafür nicht einmal Geld haben wollte.

Vom Provinztheater zum Hofkapellmeister

Mein Weg nach oben begann in kleinen Häusern: 1833 als Chorleiter in Würzburg, dann in Magdeburg und ab 1837 an der Oper in Riga. 1836 heiratete ich die Schauspielerin Minna Planer, und die Ehe blieb leider schwierig. Der Durchbruch kam 1842 in Dresden, als mein Rienzi zum ersten Mal auf die Bühne kam, und 1843 folgte dort Der fliegende Holländer. Später wurde ich Königlich Sächsischer Hofkapellmeister, ein sehr feiner Titel für jemanden, der kurz zuvor noch in Riga Proben geleitet hatte.

Reisen mit unfreiwilligem Zwischenstopp

In Dresden ging es mir gut, bis ich nach dem Maiaufstand von 1849 fliehen musste und danach vor allem in Zürich im Exil lebte. Meinen Lohengrin führte man 1850 in Weimar zum ersten Mal auf, und dirigiert hat ihn mein späterer Schwiegervater Franz Liszt. 1864 holte mich König Ludwig II. von Bayern nach München und bezahlte meine Schulden, was ich für die schönste Form von Kulturförderung halte. Schon 1865 musste ich München wieder verlassen, aber Tristan und Isolde hatte ich dort noch rechtzeitig uraufgeführt.

Pferde am Himmel

Am bekanntesten ist wohl mein Ring, an dem man so lange sitzt, dass man sich besser etwas zu essen mitbringt. Daraus stammt Ride of the Valkyries, und du hast es vermutlich schon einmal gehört, ohne zu wissen, von wem es ist. Die Musik galoppiert los, ein kühnes Thema jagt das nächste, und man spürt förmlich den Wind in den Haaren. Wenn dir das gefällt, hast du den schnellsten Zugang zu meiner Welt gefunden, auch wenn der ganze Ring einen ganzen Abend nach dem anderen braucht.

Die Seite, die ich nicht schönreden will

Es gibt eine dunkle Seite an mir, und die möchte ich nicht beschönigen. 1850 veröffentlichte ich unter einem Decknamen den judenfeindlichen Aufsatz Das Judenthum in der Musik, und 1869 brachte ich ihn unter meinem eigenen Namen mit einem neuen Schlussteil noch einmal heraus. Darüber kann man nicht lächelnd hinweggehen, und es wirft bis heute einen Schatten auf meinen Namen. Auch privat lief manches schief: Von Minna trennte ich mich 1862 endgültig, und mit dem Geld ging ich so um, dass am Ende ein König meine Schulden zahlen musste.

Ein Festspielhaus und ein Loch in der Kasse

1870 heiratete ich Cosima, die Tochter von Liszt und frühere Frau des Dirigenten Hans von Bülow, was für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Nach unserer Zeit in Tribschen zogen wir 1872 nach Bayreuth, und dort eröffnete im August 1876 mein Festspielhaus mit Das Rheingold, dem Auftakt des ersten vollständigen Rings. Das Festival endete mit einem Defizit von etwa 150.000 Mark, doch 1882 brachte ich dort trotzdem noch meine letzte Oper Parsifal heraus. Am 13. Februar 1883 starb ich mit 69 Jahren an einem Herzinfarkt in Venedig, im Ca' Vendramin Calergi am Canal Grande.

Mein Garten, mein Grab, mein Nachhall

Begraben bin ich im Garten der Villa Wahnfried in Bayreuth, und seit 1977 ruht Cosimas Asche neben mir. Ich wollte die Oper zu einem Abend machen, an dem Musik, Geschichte und Bühne zusammenwachsen, und danach konnte kaum ein Komponist so tun, als hätte es mich nicht gegeben. Ob man mich liebt oder meidet, mein Name fällt bis heute, wenn von großen Opern die Rede ist. Die Schatten, von denen ich gesprochen habe, gehören zu diesem Erbe genauso wie die Musik.

Was ich dir mitgeben möchte

Ich möchte dir mit meiner Musik einen Sog schenken, in dem du die Zeit vergisst. Du musst dafür nichts über Oper wissen, du darfst dich einfach von den Klängen tragen lassen. Beim Ride of the Valkyries reicht es, wenn du die Augen schließt und dir ein wildes Wettreiten am Himmel vorstellst. Und wenn du danach neugierig bist, was in meinen anderen Werken noch steckt, dann habe ich mein Ziel erreicht.
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Hat es dir Freude gemacht, mehr über mein Leben zu erfahren, von Leipzig bis nach Venedig? Auf dieser Seite kannst du dich jetzt auch meiner Musik widmen, nämlich dem Walkürenritt, der Ride of the Valkyries. Klick einfach auf die Links unten und hör hinein, ich würde mich freuen, wenn dich diese Musik ein Stück weit begleitet.
Ride of the Valkyries
Ride of the Valkyries, WWV 86B