Bilderrahmen und Rundgang bei Mussorgskys Pictures at an Exhibition
Die schönsten Momente

Pictures at an Exhibition

Mussorgsky präsentiert die schönsten Momente aus Pictures at an Exhibition
Ich bin Modest Mussorgsky, und was du hier hörst, sind die schönsten Momente aus meinen Pictures at an Exhibition. Du hörst, wie ich 1874 die Bilder des verstorbenen Malers Viktor Hartmann in Klaviermusik verwandelt habe, vom tapsigen Gnomus bis zu The Great Gate of Kiev. Hier auf der Seite helfen dir meine Komponistenkollegen und ich, unsere Stücke beim Hören zu erkennen, und mit  einem Besuch im Trainer  fängst du am besten gleich an.
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Ein Spaziergang mit Taktproblemen

Ich beginne die Promenade I mit einer breiten, ruhigen Melodie, die einfach durch eine Ausstellung spaziert, und mein Freund Stasov meinte, damit sei ich selbst gemeint. Der Takt wechselt dabei zwischen fünf und sechs Vierteln, als würde jemand beim Gehen immer wieder überlegen, ob er vor dem nächsten Bild nicht doch noch einen Schritt zurückgehen soll.

Die Hexe hat es eilig

Ich lasse bei Baba Yaga gleich zu Beginn alles los, was ich habe, und schreibe dazu „Allegro con brio, feroce“, was so viel heißt wie lebhaft und wild, also ausdrücklich ohne gute Laune. Hartmann hatte eine Uhr in Form der Hütte auf Hühnerbeinen entworfen, deshalb hört man Glocken wie von einer großen Uhr, und ich habe der Hexe noch einen Mörser als Fluggerät dazugegeben, was ich für das ungemütlichste Verkehrsmittel der Welt halte.

Ein Tor, das nie gebaut wurde

Ich eröffne X. The Great Gate of Kiev mit einer breiten Melodie in Es-Dur, die so feierlich daherkommt, dass man unwillkürlich gerader auf seinem Stuhl sitzt. Sie gilt Hartmanns Entwurf für ein gewaltiges Stadttor in Kiew, der einen Wettbewerb gewann und an die Rettung des Zaren Alexander II. vor einem Attentat im Jahr 1866 erinnern sollte, nur gebaut wurde das Tor nie, und so habe ich ihm wenigstens am Klavier mit Glockenklängen und einer feierlichen Hymne ein Denkmal gesetzt.
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Hat es dir gefallen, mit mir die schönsten Momente aus den Bildern einer Ausstellung noch einmal abzuschreiten? Ich hoffe, du hast beim Zuhören ein wenig von dem gespürt, was ich im Juni 1874 beim Schreiben empfunden habe. Damals ist die Musik erstaunlich schnell entstanden, und doch steckt in ihr alles, was mir der Verlust meines Freundes Viktor Hartmann bedeutet hat. Wenn ich heute auf das Stück zurückblicke, freut mich besonders, dass die Promenade am Ende nicht einfach verschwindet, sondern mit den Bildern zusammenwächst. Man geht eben nie ganz allein durch eine Ausstellung, man nimmt die eigenen Schritte immer mit. Es gibt aber noch viel mehr an diesen Bildern zu entdecken, als ich hier erzählen konnte. Ich habe die Suite für Klavier geschrieben, doch später haben ganz verschiedene Musiker sie für Orchester, für Rockband und sogar für elektronische Klänge neu gedacht, und jede Fassung zeigt einen anderen Blick auf die Bilder. Auch die übrigen Stücke, vom schwerfälligen Bydlo bis zum Tanz der Küken in ihren Eierschalen, warten darauf, dass du sie in Ruhe anhörst. Wenn du neugierig geworden bist, dann klick auf die Links, die du hier findest, und geh weiter durch die Ausstellung. Vielleicht entdeckst du dabei ein Bild, das mir selbst am meisten bedeutet, ganz ohne dass ich es dir verraten muss.

Aufnahme: Musopen (performer not named), Public domain