Tausendundeine Nacht mit Rimsky-Korsakovs Scheherazade
Die schönsten Momente

Scheherazade, Op. 35

Rimsky-Korsakov präsentiert die schönsten Momente aus Scheherazade
Ich bin Rimsky-Korsakov, und hier hörst du die schönsten Momente aus meiner Scheherazade. Du hörst, wie im Finale das Fest von Bagdad aufbraust und das Schiff am Felsen zerschellt, bevor die Musik ganz friedlich ausklingt, und allein dieser Wechsel lohnt die Zeit. Auf dieser Seite bringen meine Komponistenkollegen und ich dir bei, unsere Stücke zu erkennen, sobald sie erklingen, und mit  dem Trainer kannst du es ausprobieren  gelingt dir das gleich.
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Der Sultan hat schlechte Laune

Ich beginne nicht mit dem Meer, wie viele glauben, sondern mit dem Sultan, der mit einem wuchtigen, grimmigen Motiv hereinpoltert wie ein Hausherr, der schlechte Laune zum Programm erklärt hat. Danach legen weiche Akkorde der Holzbläser die Wogen, und die Solovioline setzt ein, begleitet von der Harfe: Das ist Scheherazade, die dem Sultan mit ihren Geschichten zu Leibe rückt, bis seine Miene hoffentlich freundlicher wird.

Ein Seufzer mit Folgen

Ich lasse im zweiten Satz zuerst ein Fagott ganz allein klagen, ruhig über den tiefen Streichern, wie jemand, der beim Kaffee seufzend seine Lebensgeschichte beginnt. Dann platzt eine Posaune dazwischen und setzt einen lebhaften Tanz in Gang, und welcher Prinz Kalendar hier gemeint ist, weiß man nicht genau, weil in Tausendundeine Nacht mehr als einer vorkommt.

Schunkeln für Verliebte

Ich wollte hier nichts verkomplizieren, deshalb ist dies der einfachste der vier Sätze und beginnt mit einer warmen, wiegenden Liebesmelodie, bei der man fast automatisch mitschaukelt. Mehr Handlung braucht es gar nicht: zwei junge Leute, eine Melodie zum Dahinschmelzen und in der Mitte ein lebhafter Tanz, der zeigt, dass die beiden auch Schwung haben.

Ein Titel mit Überlänge

Ich habe dem Finale einen Titel gegeben, der länger ist als manche Melodie: Festival at Baghdad. The Sea. The Ship Breaks against a Cliff Surmounted by a Bronze Horseman. Gleich zu Beginn geht es turbulent zu, und nach und nach kehren Themen aus den früheren Sätzen zurück, als würden alle Gäste des Festes noch einmal kurz vorbeischauen, bevor am Ende ein friedlicher Schluss für Ruhe sorgt.
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Ich hoffe, es hat dir Freude gemacht, die schönsten Momente von Scheherazade mit mir zu entdecken. Hat dir die Reise durch die Geschichten und Klangfarben gefallen? Wenn ich zurückdenke, höre ich in diesem Werk vor allem eine Frage: Was geschieht, wenn jemand so erzählt, dass andere gar nicht anders können, als zuzuhören? Davon gibt es noch viel mehr zu erzählen, denn Scheherazade hat neben diesen Momenten noch zahlreiche weitere Seiten, die sich zu entdecken lohnen. Ich denke etwa an die Geschichte der Titel, die ich später wieder entfernt habe, an das Ballett, das einige Jahre nach meinem Tod in Paris zu meiner Musik entstanden ist, oder an die vielen Wege, auf denen das Stück bis heute weiterlebt. Wenn du neugierig geworden bist, klick dich gern durch die Links, die du hier findest, und geh mit mir noch ein Stück tiefer in die Welt von Scheherazade hinein. Vielleicht hörst du die Musik danach noch einmal ganz neu.

Aufnahme: San Francisco Symphony Orchestra, Pierre Monteux, CC0