Pathos unter der Lupe bei Beethovens Piano Sonata No. 8 in C minor, Op. 13, "Pathétique"
III. Rondo: Allegro

Piano Sonata No. 8 in C minor, Op. 13

Beethoven präsentiert einen Hörführer zu III. Rondo: Allegro aus Piano Sonata No. 8 in C minor, Op. 13, "Pathétique"
Ich bin Ludwig van Beethoven, und jetzt erkläre ich dir den dritten Satz meiner „Pathétique“, das Rondo: Allegro. Du hörst in rund vier Minuten, wie das Hauptthema in c-Moll immer wiederkehrt und dabei an den ersten Satz erinnert, sodass sich der Kreis der Sonate schließt. Wie du Stücke beim Hören erkennst, zeigen dir hier meine Mitkomponisten und ich, und  im Trainer  kannst du es gleich ausprobieren.
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Ein Klavier, ein Ohr und eine Melodie, die nicht lockerlässt

Für diesen Satz brauchst du nur ein Klavier und einen Pianisten, mehr Mitwirkende gibt es in der ganzen Sonate nicht. Hör zuerst auf das Hauptthema, denn es kehrt immer wieder, und dein Ohr erkennt es von Mal zu Mal schneller. Achte dann darauf, was dazwischen passiert, denn jedes Mal führt die rechte Hand dich in eine andere Stimmung, bevor das Thema zurückkommt. Und wenn plötzlich ein Akkord herausspringt, als hätte jemand auf den Tisch geklopft, dann ist das eines der vielen Sforzandi, die diesem Satz seine Kraft geben.

Warum der Satz „Rondo“ heißt und so munter daherkommt

Ein Rondo ist eine Form, in der ein Thema immer wieder auftaucht, und genau deshalb habe ich dem Finale diesen Namen gegeben. Nach einem stürmischen ersten und einem zärtlichen zweiten Satz wollte ich zum Schluss etwas, das man sich merken und beim Wiederkommen freudig begrüßen kann. „Allegro“ heißt lebhaft, und so soll das Ganze auch laufen, zügig und in einem Zug, in gut vier Minuten. Dabei wollte ich die Sonate nicht einfach abschütteln, sondern sie rund beenden, und deshalb erinnert das Thema ein wenig an das zweite Thema des ersten Satzes.

Rondo oder Sonate? Ich habe mich für beides entschieden

Bei der Form habe ich lange überlegt, denn ich wollte das Wiederkehren des Rondos und die Spannung einer Sonate zugleich haben. Herausgekommen ist ein Sonatenrondo in c-Moll, das im Alla-breve-Takt dahinzieht und sein Hauptthema mehrmals zurückbringt. Dazwischen liegen Seitenpartien in Es-Dur, As-Dur und C-Dur, die jeweils ein anderes Licht auf die Musik werfen. Ich führe dich jetzt Abschnitt für Abschnitt hindurch, damit du genau weißt, wo du gerade bist.

Abschnitt 1: Das Thema stellt sich vor

Der Satz beginnt in c-Moll mit dem Hauptthema, das ruhig und singend wirkt, aber einen unruhigen Unterton hat. Du erkennst darin etwas aus dem ersten Satz wieder, denn es klingt wie ein Verwandter des zweiten Themas von dort. Die Melodie liegt oben in der rechten Hand, und darunter läuft die Begleitung gleichmäßig weiter. Präg dir dieses Thema gut ein, denn es ist dein Wegweiser durch den ganzen Satz.

Abschnitt 2: Ein Fenster geht auf

Nun wechsle ich nach Es-Dur, und das klingt nach der dunklen Moll-Stimmung schon wie ein Schritt nach draußen. Die Musik wird heller und leichter, bleibt aber lebhaft und kommt nicht zur Ruhe. Du merkst, dass der Satz nicht nur von Schwermut erzählt, sondern auch von Hoffnung. Lange hält diese Helligkeit aber nicht, denn schon bald lenke ich die Musik zurück.

Abschnitt 3: Das alte Thema klopft wieder an

Jetzt ist das Hauptthema wieder da, ebenfalls in c-Moll, und du erkennst es sofort. Genau darin liegt der Reiz eines Rondos, denn was du schon kennst, klingt nach einem Ausflug ein bisschen vertrauter. Die Stimmung fällt zurück in das Ernste, doch nach dem Ausflug nach Es-Dur wirkt es nicht mehr ganz so düster wie vorher. Wer aufmerksam zuhört, merkt, dass sich auch beim bekannten Thema etwas verändert hat.

Abschnitt 4: Ein Besuch beim langsamen Satz

Als Nächstes führe ich dich nach As-Dur, und das ist die Tonart des Adagio cantabile, des zweiten Satzes. Das ist kein Zufall, denn ich wollte die drei Sätze miteinander verbinden, und hier scheint die Melodie des Mittelsatzes wieder durch. Die Musik wird wärmer und gesanglicher, als würde sie kurz innehalten und zurückschauen. Auf diese Weise erzählt der Satz nicht nur für sich, sondern auch von dem, was vorher in der Sonate geschehen ist.

Abschnitt 5: Noch einmal das vertraute Gesicht

Danach kehrt das Hauptthema ein weiteres Mal zurück, wieder in c-Moll und wieder mit dem Schwung von zuvor. Dein Ohr kennt es inzwischen so gut, dass du ihm fast entgegensingen kannst. Die Sforzandi setzen dabei kräftige Akzente und sorgen dafür, dass die Musik nie ins Gemütliche kippt. Gerade weil alles so vertraut klingt, spürst du, dass der Schluss nicht mehr weit ist.

Abschnitt 6: Ein Hauch von C-Dur

Jetzt höre ich das Moll für einen Augenblick hinter mir und lasse eine Seitenpartie in C-Dur erklingen. Es ist dasselbe Grundton-Zuhause wie im Rest des Satzes, nur eben in hellem Dur statt in dunklem Moll. Die Stimmung hellt sich auf, und man könnte glauben, dass die Sonate doch noch ein freundliches Ende nimmt. Ob das wirklich so kommt, verrate ich dir im letzten Abschnitt.

Abschnitt 7: Der Schlussakkord lässt keine Fragen offen

Zum Schluss kommt das Hauptthema ein letztes Mal zurück, und wir sind wieder in c-Moll, dort, wo wir angefangen haben. Es läuft nun noch zielstrebiger dahin, denn alles, was wir unterwegs erlebt haben, steckt jetzt in diesem Thema. Wieder setzen kräftige Akzente der Musik ihre Ausrufezeichen, und die Sonate endet entschlossen, ohne Zögern und ohne Schnörkel. So schließt sich der Kreis, und das Rondo hat gehalten, was sein Name versprochen hat.

Und jetzt bist du dran

Jetzt lade ich dich ein, das Rondo selbst zu erleben, also drück auf Play und lass dich von der Musik mitnehmen. Behalte beim Hören im Kopf, was wir besprochen haben, vor allem das Thema, das immer wieder an deine Tür klopft. Vielleicht erkennst du die Verbindung zu den ersten beiden Sätzen schon beim ersten Durchgang. Ich hoffe, dass dich die Reise durch mein Rondo genauso packt, wie sie mich beim Komponieren gepackt hat.
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Ich hoffe, es hat dir Freude gemacht, mit diesem Hörführer den letzten Satz meiner „Pathétique“, das Rondo: Allegro, besser kennenzulernen. Wenn du jetzt wieder hinhörst, wirst du vielleicht bemerken, wie das Hauptthema immer wieder zurückkehrt und wie sich dabei Satz für Satz der Kreis um die ganze Sonate schließt. Gerade dieses Wiedererkennen ist für mich das Schönste am Hören: Man kennt etwas schon und entdeckt trotzdem jedes Mal eine Kleinigkeit, die einem vorher entgangen ist. Und es gibt noch viel mehr an meiner Klaviersonate Nr. 8 in c-Moll, Op. 13, der „Pathétique“, zu entdecken. Klick dich einfach durch die Links, die dir hier zur Verfügung stehen, und geh dort weiter auf Entdeckungsreise.