Wehmut im Cello-Klang bei Elgars Cello Concerto in E minor, Op. 85
Die schönsten Momente
Cello Concerto in E minor, Op. 85

Ich bin Edward Elgar, und hier hörst du die schönsten Momente aus meinem Cello Concerto in E minor, Op. 85. Das Cello will darin nicht glänzen, sondern singt leise und wehmütig, und gerade diese Ruhe, die so viel ernster ist als in meinem Violin Concerto, berührt bis heute. Auch meine Komponistenkollegen und ich bringen dir hier bei, unsere Stücke zu erkennen, sobald sie erklingen, also probier den Trainer aus und sieh selbst.
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Ein Auftritt ohne Vorgeplänkel
Ich lasse das Cello gleich zu Beginn mit wuchtigen, vollen Akkorden hereinplatzen, ungefähr so, als würde jemand die Tür aufstoßen und sagen: Jetzt rede ich. Danach wird es still und ernst, und im Adagio – Moderato, das etwa 8 Minuten dauert, wiegt sich ein wehmütiges Thema ruhig hin und her, das ich der Überlieferung nach schon 1918 aufgeschrieben habe.
Erst ein Zögern, dann ein Wirbel
Ich beginne den zweiten Satz, Lento – Allegro molto, mit einem kurzen Innehalten, bei dem das Cello seine Saiten leise zupft, als würde es erst prüfen, ob alles noch an seinem Platz ist. Dann huscht die Musik flink davon, und mit nur etwa 4½ Minuten ist das der kürzeste der vier Sätze.
Ein Lied ohne Worte
Ich lasse im dritten Satz, einem schlichten Adagio, das Cello eine lange, warme Melodie singen, ganz ohne Eile und ohne Effekte. Mit etwa 4 Minuten 50 Sekunden ist er kurz, aber er klingt so innig und ein wenig traurig, dass er lange nachwirkt.
Das Finale nimmt sich Zeit
Ich gebe dem Finale, das mit Allegro beginnt, mit etwa 11½ Minuten mehr Platz als jedem anderen Satz, denn hier gibt es am meisten zu erzählen. Es startet entschlossen und lebhaft, wird gegen Ende aber ruhiger und blickt im Adagio noch einmal auf den Anfang des Konzerts zurück, wie jemand, der an der Haustür kurz innehält und sich umdreht.
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Ich hoffe, es hat dir Freude gemacht, die schönsten Momente aus meinem Cello Concerto in E minor, Op. 85 kennenzulernen. Mich begleitet dieses Werk bis heute, und für mich bleibt darin etwas Stilles, das sich nicht so schnell erschöpft. Es ist ein Konzert, das nach dem Ersten Weltkrieg entstanden ist, als meine Musik vielen schon altmodisch vorkam. Vielleicht höre ich deshalb darin so deutlich einen nachdenklichen, fast wehmütigen Ton. Wenn du magst, hörst du es dir noch einmal an und achtest dabei auf die Stellen, die dir diesmal vorher gar nicht aufgefallen sind. Es gibt nämlich noch vieles mehr im Cello Concerto in E minor, Op. 85 zu entdecken, zum Beispiel die Entstehung in meinem Landhaus in Sussex, die Uraufführung im Jahr 1919 und den langen Weg des Werks zu seiner heutigen Beliebtheit. Klick einfach auf die Links hier auf der Seite, um tiefer in das Cello Concerto in E minor, Op. 85 einzutauchen. Ich wünsche dir dabei viele ruhige Minuten und einen Klang, der dir noch lange nachgeht.
Aufnahme: Anthony Pini (cello), The London Philharmonic Orchestra, Eduard van Beinum, historical recording
