Wehmut im Cello-Klang bei Elgars Cello Concerto in E minor, Op. 85
III. Adagio

Cello Concerto in E minor, Op. 85

Elgar präsentiert einen Hörführer zu III. Adagio aus Cello Concerto in E minor, Op. 85
Ich bin Edward Elgar, und ich erkläre dir jetzt den dritten Satz meines Cello Concerto in E minor, Op. 85, das Adagio. In knapp fünf Minuten bleibt die Musik ruhig und gesammelt, und du hörst, wie das Cello mit wenig Aufwand eine tiefe, nachdenkliche Stimmung entstehen lässt. Meine Komponistenkollegen und ich zeigen dir hier auch, wie du unsere Stücke erkennst, wenn sie erklingen, und mit  einer Runde im Trainer  kannst du es ausprobieren.
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Ein Satz zum Zurücklehnen

Setz dich bequem hin, denn im dritten Satz meines Cello Concerto in E minor, Op. 85 verpasst du nichts, solange du ruhig bleibst. Folge dem Solocello wie einer Stimme, die dir leise etwas anvertraut, und lass das Orchester im Hintergrund einfach mitatmen. Die Streicher breiten dabei einen warmen Teppich aus, auf dem das Cello ungestört seinen Weg gehen kann. Du brauchst kein Vorwissen, sondern nur knapp fünf Minuten Zeit, denn so lange dauert dieser Satz.

Ein Name wie ein Seufzer

Ich habe diesen Satz schlicht Adagio genannt, ohne ein zweites Tempowort dahinter, anders als bei den Sätzen davor und danach. Adagio heißt langsam und ruhig, und mehr wollte ich dem Solisten nicht vorschreiben, denn diese Musik braucht keine Wendung ins Schnelle. Auf den flinken zweiten Satz, den kürzesten des ganzen Konzerts, soll hier einmal ein tiefes Ausatmen folgen. Das tut auch deshalb gut, weil danach das Finale kommt, mit rund elfeinhalb Minuten der längste Satz.

Kein Gebäude, sondern ein langer Gesang

Bei der Form habe ich mich gefragt, ob ein so kurzer Satz überhaupt eine große Bauanleitung braucht. Ich höre ihn lieber als einen einzigen, ruhigen Bogen denn als Haus mit vielen Stockwerken, und du musst dafür keine Formenlehre kennen. Damit du dich trotzdem zurechtfindest, teile ich ihn dir in drei Stationen ein: den Anfang, den Aufschwung und den Abschied. Ich führe dich im Folgenden einzeln durch jede dieser Stationen, und zusammen sind sie ja nur knapp fünf Minuten lang.

Abschnitt 1: Der Vorhang geht ganz langsam auf

Gleich zu Beginn singt das Cello eine schlichte, ernste Linie, und die Musik lässt sich dafür alle Zeit der Welt. Das Tempo ist Adagio, es gibt also nichts, was drängt, und auch das Orchester hält sich zurück und begleitet nur leise. Die Stimmung ist nachdenklich und ein wenig wehmütig, so als würde jemand beim Blick aus dem Fenster an früher denken. Wenn du nur diese ersten Takte hörst, weißt du schon, in welcher Welt wir uns für den Rest des Satzes aufhalten.

Abschnitt 2: Das Herz klopft einmal kräftiger

Im mittleren Teil wird die Musik wärmer und eindringlicher, und das Cello steigt in höhere Lagen, als wollte es etwas sagen, das ihm wichtig ist. Das Orchester trägt es jetzt deutlicher mit, und die Streicher schwellen an, ohne dass das Tempo davonläuft. Aus der stillen Wehmut wird für einen Moment ein Sehnen, das fast ein wenig leuchtet. Achte darauf, wie Solist und Orchester hier näher zusammenrücken, denn gerade diese Nähe macht die Stelle so berührend.

Abschnitt 3: Leise geht die Tür zu

Danach beruhigt sich alles wieder, und das Cello kehrt zu der Gelassenheit vom Anfang zurück. Die Töne werden leiser und die Bögen kürzer, als würde jemand das Licht Stück für Stück herunterdrehen. Die Stimmung ist jetzt weniger traurig als friedlich, wie nach einem langen Gespräch, in dem alles Wichtige gesagt wurde. Gönn dir diesen Abschied in Ruhe, denn gleich darauf wartet das Finale, und das hat deutlich mehr zu erzählen.

Jetzt bist du dran

Jetzt lade ich dich ein, dieses Adagio selbst zu erleben, also drück auf Play und lass die Musik einfach auf dich wirken. Vielleicht denkst du beim Hören an das, was wir besprochen haben, an die Stimme des Cellos, den warmen Teppich der Streicher und die drei Stationen. Du musst nichts richtig machen, es reicht, wenn du dir die knapp fünf Minuten nimmst. Ich würde mich freuen, wenn dich diese Reise durch mein Adagio so berührt, wie sie mich beim Komponieren berührt hat.
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Ich hoffe, die Reise durch das Adagio, den dritten Satz meines Cello Concerto in E minor, Op. 85, hat dir gefallen. Wenn du dem Cello dabei ein wenig leiser und genauer zugehört hast, dann hat sich dieser kurze Satz von knapp fünf Minuten sicher auch bei dir festgesetzt. Mein Konzert hat noch viel mehr zu bieten als diesen einen ruhigen Moment, und es lohnt sich, die anderen Seiten dieses Werks ebenfalls kennenzulernen. Über die Links hier auf der Seite kannst du gleich weiterstöbern und dich tiefer in mein Cello Concerto in E minor, Op. 85 hineinhören.