Wehmut im Cello-Klang bei Elgars Cello Concerto in E minor, Op. 85
I. Adagio – Moderato

Cello Concerto in E minor, Op. 85

Elgar präsentiert einen Hörführer zu I. Adagio – Moderato aus Cello Concerto in E minor, Op. 85
Ich bin Edward Elgar, und ich erkläre dir jetzt den ersten Satz meines Cello Concerto in E minor, Op. 85, das Adagio – Moderato. In etwa acht Minuten führt dich das Cello nach einer kurzen Einleitung durch einen dreiteiligen Satz, in dem die ernste Stimmung vom Anfang am Ende leise zurückkehrt. Wenn du magst, lass dir von mir und meinen Komponistenkollegen zeigen, wie du unsere Stücke erkennst, und  starte gleich den Trainer .
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Wer hier das Wort hat

Hör zuerst auf das Cello, denn es ist die Stimme, die in diesem Satz erzählt. Das Orchester ist dabei kein Gegner, sondern eher ein aufmerksamer Zuhörer, der hin und wieder leise etwas ergänzt. Achte darauf, wie die Streicher dem Cello einen weichen Boden bereiten und wie Holz- und Blechbläser der Musik ab und zu eine neue Farbe geben. Wenn du nach einer Weile gar nicht mehr nach dem Weiteren fragst, sondern einfach nur zuhörst, dann hörst du genau richtig.

Zwei Wörter, ein Atemzug

Der Titel Adagio – Moderato ist eigentlich eine kleine Wegbeschreibung. Adagio heißt langsam und getragen, und so beginnt der Satz auch: ohne Eile, als müsste die Musik erst einmal Luft holen. Moderato heißt gemäßigt, also ein Schritt, der weder trödelt noch drängt, und genau in dieses ruhige Gehen findet die Musik danach hinein. Ein schnelleres Tempo hätte nicht zu dem gepasst, was ich hier sagen wollte, nämlich etwas Nachdenkliches mit einem Hauch Wehmut.

Vier Stationen und kein Fahrplan

Bei der Form war ich weder auf eine Sonate noch auf ein Rondo aus, sondern habe etwas Übersichtlicheres gewählt. Der Satz ist dreiteilig, also nach dem Muster Anfang, Mitte, Rückkehr, und ihm ist noch eine Einleitung vorangestellt. Daraus ergeben sich vier Abschnitte: die Einleitung, der erste Teil, der Mittelteil und die Rückkehr des ersten Teils. Ich führe dich gleich durch jeden einzelnen, und du wirst merken, dass das Ganze wie ein Rundweg ist, auf dem man am Ende wieder dort ankommt, wo man losgegangen ist.

Abschnitt 1: Laut denken vor dem eigentlichen Anfang

Die Einleitung steht im Adagio, und hier gehört das Cello zunächst ganz sich selbst. Es spricht frei und ernst, beinahe wie jemand, der laut nachdenkt, und das Orchester antwortet nur knapp. Die Grundtonart ist e-Moll, und diese dunkle, nachdenkliche Farbe zeigt von der ersten Minute an, wohin die Reise geht. Wenn du hier das Gefühl hast, dass eigentlich noch gar nichts begonnen hat, dann ist das schon die Absicht.

Abschnitt 2: Ein Schritt, der nicht drängelt

Mit dem Moderato beginnt der erste Teil, und die Musik findet ihren gleichmäßigen, ruhigen Schritt. Das Thema, das nun erklingt, ist schlicht und wehmütig, und das Cello nimmt es auf und singt es weiter, als hätte es nie etwas anderes tun wollen. Merk dir diese Melodie gut, denn sie ist der Anker des ganzen Satzes. Dramatik gibt es hier kaum, es geht um stilles Erinnern und um eine Traurigkeit, die nicht klagt.

Abschnitt 3: Der Boden wackelt ein wenig

Im Mittelteil wird die Musik unruhiger, und man spürt, dass das stille Erinnern nicht einfach so weitergeht. Das Cello wird beweglicher, das Orchester gibt ihm mehr zu antworten, und die Stimmung schwankt zwischen Hoffnung und Zweifel. Es klingt, als würde die Musik für einen Moment den vertrauten Boden verlassen, und du brauchst dafür keine Notenkenntnis, nur dein Gefühl. Hier hält der Satz kurz den Atem an, bevor er den Weg zurück findet.

Abschnitt 4: Ein bekanntes Gesicht in der Menge

Zum Schluss kehrt das Thema vom Anfang zurück, und wer gut aufgepasst hat, erkennt es sofort wieder. Es klingt aber nicht mehr ganz wie zuvor, denn nach dem unruhigen Mittelteil trägt es mehr Gewicht und ein wenig mehr Abschied in sich. Die Musik beruhigt sich, und der Satz endet ohne großen Knall. Danach folgt der zweite Satz, Lento – Allegro molto, und aus der Wehmut wird dort schon bald Bewegung.

Die Wiedergabetaste wartet schon

Jetzt bist du an der Reihe: Drück auf Play und lass dich von dieser Musik tragen. Behalte beim Hören ein wenig im Kopf, was wir besprochen haben, also das Cello als erzählende Stimme, die vier Abschnitte und die Melodie, die am Ende wiederkommt. Ich hoffe, die Reise durch meinen ersten Satz berührt dich so, wie sie mich beim Schreiben berührt hat. Und wenn dir danach erst einmal nach Stille zumute ist, dann hat die Musik ihre Arbeit getan.
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Ich hoffe, dir hat dieser Hörführer durch das Adagio – Moderato aus meinem Cello Concerto in E minor, Op. 85 gefallen. Mir liegt dieser Satz sehr am Herzen, und es freut mich, wenn du beim Zuhören ein wenig von dieser stillen Wehmut gespürt hast. Vielleicht klingt das Cello nun beim zweiten Hören vertrauter, als würdest du einer Stimme begegnen, die du schon ein bisschen kennst. Dabei ist der erste Satz nur der Anfang, denn mein Cello Concerto in E minor, Op. 85 hat noch viel mehr zu bieten. Es gibt noch drei weitere Sätze, und auch die Geschichte des Werks und die Aufnahmen, die es berühmt gemacht haben, lohnen einen genaueren Blick. Klick dich also gern durch die Links, die du hier findest, und entdecke weitere Seiten meines Cello Concerto in E minor, Op. 85. Nimm dir dafür ruhig Zeit, denn diese Musik muss nicht eilen.