Eine Rundreise durchs Sonnensystem mit Holsts The Planets
Die schönsten Momente
The Planets, Op. 32

Ich bin Gustav Holst, und hier stelle ich dir die besten Momente aus meiner Suite The Planets vor. Du hörst, wie in Neptune, the Mystic ein unsichtbarer Frauenchor leise singt, bis die Tür sich schließt und die Stimmen in der Stille verschwinden, und allein dieser Schluss ist die Zeit wert. Auf dieser Seite bringen dir meine Komponistenkollegen und ich bei, unsere Stücke beim Hören zu erkennen, und du kannst es gleich im Trainer ausprobieren .
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Ein Krieg auf Zehenspitzen
Ich beginne den Satz I. Mars, the Bringer of War ganz leise, nur mit Schlagzeug, Harfe und Streichern, die mit dem Holz des Bogens spielen, und wer sofort Kampfgetümmel erwartet, wird erst einmal enttäuscht. Dazu pocht ein unerbittlicher Rhythmus im 5/4-Takt, bei dem man immer einen Schritt mehr machen muss, als man gewohnt ist, sodass man im Gleichschritt ein wenig stolpert, bis es am Ende sehr laut und schrill wird.
Nach dem Lärm kommt die Stille
Ich lasse nach dem Getöse des Mars in II. Venus, the Bringer of Peace zuerst ein Horn ganz allein sprechen, und Flöten und Oboen antworten so sanft, als würde jemand nach einem Streit leise die Tür öffnen. Danach übernimmt eine Solovioline ein zweites Thema, und das Ganze klingt so ruhig, dass man den Frieden fast mit den Ohren anfassen kann.
Der Bote mit den zwei Tonarten
Ich schicke in III. Mercury, the Winged Messenger den Götterboten im 6/8-Takt und im Tempo Vivace los, und er hat es so eilig, dass er gleich in zwei Tonarten gleichzeitig unterwegs ist, nämlich in B-Dur und in E-Dur. Solovioline, hohe Harfe, Flöte und Glockenspiel flitzen dabei umher, und nach drei- bis vierhalb Minuten ist er schon wieder verschwunden, noch bevor man seine Nachricht lesen konnte.
Ein Fest mit Kirchenbesuch
Ich eröffne IV. Jupiter, the Bringer of Jollity mit einem Allegro giocoso im 2/4-Takt, was ungefähr heißt: schnell und mit sichtbarer Freude an der Sache. In der Mitte folgt eine breite, feierliche Melodie im halben Tempo, die ich 1921 zur Kirchenmelodie „Thaxted“ für „I Vow to Thee, My Country“ umgearbeitet habe, sodass sie am Sonntag im Gesangbuch landet, nachdem sie vorher auf dem Fest getanzt hat.
Die Uhr tickt, und zwar für alle
Ich beginne V. Saturn, the Bringer of Old Age mit Flöten, Fagotten und Harfen, die wie eine tickende Uhr klingen, und diese Uhr geht hier ohne jede Rücksicht auf Verspätungen weiter. Dann setzen die Posaunen mit einer ernsten Melodie ein, die zu einem Höhepunkt mit Glocken anwächst und danach leise verklingt, und wie es heißt, war dies mein Lieblingssatz der ganzen Suite.
Der Zauberer räuspert sich
Ich lasse VI. Uranus, the Magician mit nur vier Tönen im Blech auftreten, ungefähr so, als würde sich jemand mit großer Geste räuspern, bevor er seinen Trick vorführt. Danach beginnt ein ungelenker Tanz, der immer weiter außer Kontrolle gerät, und am deutlichsten stand mir dabei „Der Zauberlehrling“ von Dukas vor Augen, denn auch hier hat jemand etwas zu viel gezaubert.
Eine Tür, die sich leise schließt
Ich komme in VII. Neptune, the Mystic ganz ohne Tempoangabe aus, denn hier soll alles leise und schwebend in einem unregelmäßigen Metrum dahingleiten, während das Blech zwei Moll-Akkorde, e-Moll und gis-Moll, gleichzeitig erklingen lässt. Am Ende singen zwei Frauenchöre ohne Worte aus einem Nebenraum, und die Tür wird langsam zugezogen, sodass die Stimmen im Nichts verschwinden und das ganze Werk mit einem Flüstern endet.
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Hat es dir gefallen, die schönsten Momente aus The Planets mit mir zu entdecken? Ich hoffe es sehr, denn mir bedeutet dieses Werk viel. Mit Mars, Venus und den anderen Sätzen habe ich nur einen kleinen Ausschnitt gezeigt, und wer genauer hinhört, findet in jedem von ihnen noch viel mehr. Es gibt in The Planets noch so manches zu erkunden, etwa wie das Werk entstanden ist, wie es aufgenommen wurde und wie weit sein Einfluss reicht. Vielleicht hörst du die sieben Sätze einmal am Stück, so wie ich sie gedacht habe, und merkst dann, wie sie zusammen ein großes Ganzes ergeben. Am Ende bleibt im Neptune die Stimmen im Nebenraum, die langsam in der Stille verschwinden, und manchmal wünsche ich mir, dieser Moment würde noch ein wenig länger dauern. Wenn du Lust hast, weiterzustöbern, dann klick einfach auf die Links hier auf der Seite, die dich tiefer in The Planets hineinführen. Ich freue mich, wenn du dabei etwas entdeckst, das dich überrascht.
Aufnahme: United States Air Force Band, Public domain
HintergründeHörführer 1: I. Mars, the Bringer of WarHörführer 2: II. Venus, the Bringer of PeaceHörführer 3: III. Mercury, the Winged MessengerHörführer 4: IV. Jupiter, the Bringer of JollityHörführer 5: V. Saturn, the Bringer of Old AgeHörführer 6: VI. Uranus, the MagicianHörführer 7: VII. Neptune, the MysticMehr über HolstLerne es zu erkennen, wenn du es hörst
