Vom Trauermarsch zum Liebesbrief bei Mahlers Symphony No 5
Die schönsten Momente

Symphony No. 5 in C-sharp minor

Mahler präsentiert die schönsten Momente aus Symphony No 5
Ich bin Gustav Mahler, und hier hörst du die schönsten Momente aus meiner Symphony No 5. Du erlebst unter anderem, wie im Scherzo ein Solohorn so weit nach vorn rückt, dass der Spieler oft vor das Orchester tritt, und genau solche Augenblicke bleiben dir lange im Gedächtnis. Ob du unsere Stücke beim Hören erkennst, kannst du gleich  im Trainer testen , denn genau das bringen dir meine Komponistenkollegen und ich auf dieser Seite bei.
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Ein Anfang ohne Vorwarnung

Im Trauermarsch beginne ich ganz allein mit einer Solotrompete, die denselben Rhythmus spielt wie der Anfang von Beethovens Fünfter, und ich hoffe, er hat nichts dagegen, dass ich bei ihm angeklopft habe. Darüber steht bei mir „Streng, Wie ein Kondukt“, und genau so klingt das in cis-Moll auch: ein Trauerzug im gemessenen Schritt, der sich nicht vorher räuspert.

Der Seufzer holt kurz Luft

Über den zweiten Satz schreibe ich „Stürmisch bewegt, mit größter Vehemenz“, damit niemand glaubt, ich meine es nur ein bisschen. Zuerst kehrt der Seufzer aus dem ersten Satz zurück, als hätte er draußen nur kurz Luft geholt, und dann stürzt sich das aufgeregte erste Thema in a-Moll hinein.

Ein Horn tritt vor den Vorhang

Im Scherzo gebe ich dem Horn eine so große Solostimme, dass der Spieler oft vor das Orchester treten muss, und nach zwei so düsteren Sätzen darf einer ruhig auch einmal angeben. In D-Dur drehen sich dazu Ländler und Walzer, „Kräftig, nicht zu schnell“, und der Stimmungswechsel ist so deutlich, dass man fast den Kopf wenden möchte.

Ein sehr kleiner Kreis

Fürs Adagietto schicke ich alle Bläser nach Hause und behalte nur Streicher und Harfe, es wird also eine sehr überschaubare Runde. Es beginnt aus der Stille mit leisen, gehaltenen Streichertönen, in F-Dur und „Sehr langsam“, ich habe es Alma gewidmet, und die Geschichte geht, dass es ein Liebesbrief war, nur eben ganz ohne Worte.

Alle an einem Tisch

Im Rondo-Finale lasse ich nach so viel Ernst endlich frische Luft herein, in D-Dur und mit der Überschrift „Allegro giocoso, Frisch“. Ich hole dafür Material aus dem Adagietto und den Choral aus dem zweiten Satz zurück und verflechte alles kunstvoll im Kontrapunkt, wie bei einem Familienfest, bei dem plötzlich alle Verwandten am selben Tisch sitzen.
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Wenn ich auf meine Fünfte zurückschaue, freue ich mich am meisten darüber, wie vieles am Ende wiederkehrt. Im Finale tauchen Klänge aus dem Adagietto und der Choral aus dem zweiten Satz wieder auf, und für mich schließt sich damit ein Kreis. Bei der Uraufführung 1904 in Köln hat man dieses Werk nicht verstanden, und vielleicht braucht es einfach ein paar Anläufe, bis man es richtig ins Herz lässt. Hat es dir gefallen, die schönsten Momente meiner Symphony No 5 kennenzulernen? Es gibt noch viel mehr darin zu entdecken, etwa wie ich im Finale mit dem Kontrapunkt arbeite oder was das Solohorn im Scherzo vorhat. Auch die Frage, in welcher Tonart die Symphonie nun eigentlich steht, ist weniger einfach, als sie aussieht. Klick dich gern durch die Links hier unten, dort kannst du tiefer in die Symphony No 5 eintauchen. Und wenn du sie danach noch einmal von Anfang bis Ende hörst, wirst du bestimmt Dinge bemerken, die dir beim ersten Mal entgangen sind.