Heimweh nach Böhmen mit Dvořáks Symphony No 9
III. Scherzo, molto vivace

Symphony No. 9 in E minor, Op. 95 ("From the New World")

Dvořák präsentiert einen Hörführer zu III. Scherzo, molto vivace aus Symphony No 9
Ich bin Antonín Dvořák, und hier führe ich dich durch den Satz III. Scherzo, molto vivace aus meiner Sinfonie Nr. 9. Du hörst einen wirbelnden Tanz, den das Fest in Longfellows Hiawatha angeregt hat, und gerade dieser ausgelassene Schwung macht den Satz mitten in der Sinfonie zu einem echten Vergnügen. Dass du Stücke wie dieses beim Hören erkennst, lernst du auf dieser Seite auch von mir und meinen Kollegen, und  ein Versuch im Trainer  wäre dafür ein guter Anfang.
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Dreivierteltakt für alle, Triangel für Aufmerksame

Wenn du diesen Satz zum ersten Mal hörst, brauchst du kein Vorwissen, nur ein Gefühl für den Dreiertakt, in dem alles steht. Spür, wie es sich dreht, eins-zwei-drei, eins-zwei-drei, denn das ist ein Tanz, und Tanzen versteht jeder. Achte außerdem auf das Triangel, das in der ganzen Sinfonie nur in diesem Satz erklingt und der Musik ein feines Funkeln mitgibt. Und merk dir, dass der Satz zuerst sehr lebhaft ist, in der Mitte ruhiger wird und dann wieder in Schwung kommt, dann weißt du immer, wo du gerade bist.

Ein Scherz, bei dem man nicht unbedingt lacht

Das Wort Scherzo kommt aus dem Italienischen und heißt schlicht Scherz, es steht also für einen flotten, spielerischen Satz. Meine Anregung dazu kam aus einem Buch, nämlich aus Longfellows Hiawatha, wo bei einem Festmahl getanzt wird. Der Scherz liegt deshalb weniger in einem Witz als in der Ausgelassenheit eines Festes, bei dem alle Beine in Bewegung sind. Dass der Tanz in e-Moll steht, nimmt dem Vergnügen nichts weg, es gibt ihm nur einen leichten Schatten, der ihn spannender macht.

Ein Sandwich mit Musik

Die Form dieses Satzes war ein kleines Abenteuer, und so wählte ich eine dreiteilige Form. Außen steht das Scherzo in e-Moll, in der Mitte ein Trio in C-Dur, so nennt man den Mittelteil, und am Ende kehrt das Scherzo zurück wie die zweite Brotscheibe. Das sind also drei Abschnitte, die ich dir gleich einen nach dem anderen vorstelle. Es lohnt sich, denn jeder von ihnen hat seinen eigenen Charakter.

Abschnitt 1: Der Wirbel geht los

Das Scherzo beginnt im Tempo Molto vivace, also sehr lebhaft, im Dreivierteltakt und in e-Moll. Die Musik wirbelt dahin, mal ungestüm, mal fast verschmitzt, und sie lässt dir kaum Zeit zum Atemholen. Das Dunkle der Tonart macht diesen Tanz etwas wild und geheimnisvoll, als würde er in der Dämmerung stattfinden. Präg dir diese Stimmung gut ein, denn sie kommt später noch einmal zu dir zurück.

Abschnitt 2: Durchatmen in C-Dur

Nun wechselt die Musik nach C-Dur, und mit der Bezeichnung Poco sostenuto werde ich merklich gelassener. Die Stimmung hellt sich auf, und aus dem Wirbel wird ein freundlicher, beinahe gemütlicher Tanz. Das ist das Trio, der ruhige Mittelteil, in dem sich die Tänzer gewissermaßen einen Moment Pause gönnen. Der Kontrast zum ersten Abschnitt ist deutlich, und genau diesen Gegensatz habe ich mit Absicht so groß angelegt.

Abschnitt 3: Zurück zum Anfang, aber mit Vorfreude

Jetzt kehrt das Scherzo wieder, ebenfalls im Tempo Molto vivace und in e-Moll. Weil du die Musik schon kennst, hörst du sie anders, nämlich wie einen Freund, den man nach einem Spaziergang wieder trifft. So schließt sich der Kreis aus Tanz, Ruhe und noch einmal Tanz, und die kleine Geschichte des Satzes ist erzählt. Wenn du genau hinhörst, spürst du, wie die Helligkeit des Mittelteils noch ein wenig nachwirkt.

Jetzt bist du an der Reihe

Nun lade ich dich ein, den Satz III. Scherzo, molto vivace selbst zu erleben. Drück auf Play und lass dich von der Musik einfach mitnehmen. Vielleicht denkst du beim Zuhören an das, was wir gerade besprochen haben, an den Dreiertakt, das Triangel und die drei Abschnitte. Ich hoffe, die Reise durch meinen Satz begeistert dich so sehr, wie sie mich beim Komponieren begeistert hat.
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Hat dir dieser Hörführer zu III. Scherzo, molto vivace aus meiner Sinfonie Nr. 9 gefallen? Ich hoffe, du hörst den Satz jetzt ein wenig anders als vorher. Vielleicht stellst du dir beim nächsten Mal das Tanzfest aus dem Hiawatha vor, das mich zu diesem Satz angeregt hat. Und wenn das Triangel erklingt, das in meiner Sinfonie nur hier mitspielt, weißt du sofort, wo du gerade bist. Mit diesem Satz ist die Sinfonie aber noch lange nicht auserzählt. Im Finale lasse ich Themen aus den früheren Sätzen wiederkehren, und es lohnt sich zu hören, wie sie dort in einem neuen Licht erscheinen. Auch die Geschichte der Sinfonie hat noch manches zu bieten, bis hin zu der Aufnahme, die Neil Armstrong 1969 mit zum Mond genommen hat. Klick deshalb gern auf die Links, die ich dir hier bereitgestellt habe, und entdecke weitere Seiten meiner Sinfonie Nr. 9. Ich freue mich, wenn du dieses Werk dabei Stück für Stück noch besser kennenlernst.