Heimweh nach Böhmen mit Dvořáks Symphony No 9
IV. Allegro con fuoco

Symphony No. 9 in E minor, Op. 95 ("From the New World")

Dvořák präsentiert einen Hörführer zu IV. Allegro con fuoco aus Symphony No 9
Ich bin Antonín Dvořák, und jetzt erkläre ich dir den Satz IV. Allegro con fuoco aus meiner Sinfonie Nr. 9. Du hörst, wie in diesem Finale Themen aus den früheren Sätzen wiederkehren, darunter auch das Thema des ersten Satzes, und genau dadurch rundet sich die ganze Sinfonie. Ob du unsere Stücke schon erkennst, sobald sie erklingen, kannst du gleich  mit dem Trainer  ausprobieren, den meine Komponistenkollegen und ich hier für dich bereithalten.
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Wer im Finale die Hauptrolle spielt, und wer nur laut dabei ist

Wenn du diesen Satz zum ersten Mal hörst, achte zuerst auf das ganze Orchester, denn hier darf es richtig kräftig werden. Die Streicher tragen die Hauptlast, die Bläser geben den Farben ihren Glanz, und eine Klarinette bringt später eine Melodie, die sich angenehm vom Trubel abhebt. Die Becken spielen in der ganzen Sinfonie nur in diesem Satz mit, also lausche auf ihr Scheppern, wenn die Musik auf einen Höhepunkt zusteuert. Du brauchst dafür keine Vorkenntnisse, es genügt zu bemerken, wer gerade vorne steht und wer im Hintergrund mitzieht.

Warum bei mir ein Feuer brennt

Allegro con fuoco heißt nichts anderes als „schnell und mit Feuer“, und genau das wollte ich am Ende meiner Sinfonie haben. Davor kommen ein feierlicher Anfang, ein weites Largo und ein wirbelnder Tanz, und ein Finale muss nach all dem noch einmal etwas draufsetzen. Deshalb habe ich dem Satz gleich im Titel gesagt, was von ihm erwartet wird: Er soll vorwärts drängen und nicht mehr zur Ruhe kommen. Ein ordentliches Feuer muss man schließlich anzünden, bevor man es bestaunen kann, und mein Anfang tut das ohne Umschweife.

Eine Form mit festem Fahrplan

Für dieses Finale habe ich mich für die Sonatenform entschieden, die ein bisschen wie eine Geschichte in vier Stationen funktioniert. Zuerst stelle ich meine Themen vor, dann werden sie durcheinandergewirbelt, danach kehren sie zurück, und am Ende steht ein Schluss, der alles zusammenfasst. Dazu kommt ein Kunstgriff, den ich besonders liebe: Mein Finale blickt zurück und holt Themen aus den früheren Sätzen noch einmal hervor. Ich führe dich gleich Station für Station durch diese Geschichte, damit du beim Hören jederzeit weißt, wo du gerade bist.

Abschnitt 1: Der Start mit Anlauf

Der Satz beginnt in e-Moll, und die Musik schiebt sich zunächst Schritt für Schritt nach oben, als würde sie Anlauf nehmen. Daraus erwächst ein Thema aus sechs Tönen, die erst steigen und dann wieder fallen, und du erkennst es schnell wieder, weil es so zupackend ist. Dann nimmt eine Klarinette das Tempo ein wenig heraus und singt die zweite Melodie, die viel freundlicher klingt als das Drängen davor. Dieser Wechsel zwischen Wucht und Gesang ist die Grundidee des ganzen Satzes, und du hörst sie hier zum ersten Mal.

Abschnitt 2: Alles durcheinander, alle zu Besuch

Jetzt nehme ich meine Themen auseinander und setze sie in neuen Zusammenhängen wieder zusammen, und die Stimmung wechselt dabei immer wieder zwischen Spannung und kurzem Aufatmen. Mittendrin tauchen Erinnerungen an die früheren Sätze auf, und auch das Thema aus dem ersten Satz schaut noch einmal herein. Das ist der Moment, in dem sich die vier Sätze als eine einzige Sinfonie zu erkennen geben. Wer die ersten drei Sätze gehört hat, bekommt hier das Gefühl, alte Bekannte wiederzutreffen, die inzwischen etwas wilder geworden sind.

Abschnitt 3: Heimkehr mit Gepäck

In der Reprise kehren die Themen vom Anfang zurück, doch sie sind nicht mehr dieselben, weil sie unterwegs einiges erlebt haben. Das Sechstonthema rollt wieder heran, und die Melodie der Klarinette ist erneut wie eine kleine Verschnaufpause mitten im Sturm. Die Musik klingt jetzt vertraut, aber auch entschlossener, denn sie weiß, wohin sie will. Wenn du merkst, dass du die Melodien mitsummen könntest, hast du den Satz im Grunde schon verstanden.

Abschnitt 4: Vom Moll ins Licht

Im Schlussteil steigert sich alles noch einmal, und die Becken sorgen dafür, dass auch der Letzte im Saal wach bleibt. Das Besondere ist die Tonart: Der Satz beginnt in e-Moll, doch am Ende steht E-Dur, und aus dem dunklen Beginn wird ein heller Schluss. Dieses Aufklaren habe ich ganz bewusst gesetzt, denn nach all dem Ringen sollte die Sinfonie nicht grübelnd, sondern strahlend enden. Lass dich ruhig mitreißen, und achte auf den Moment, in dem die Musik endgültig ins Licht tritt.

Jetzt bist du dran

Nun lade ich dich ein, den Satz IV. Allegro con fuoco selbst zu erleben, denn erzählen kann ich viel, aber hören musst du ihn selbst. Drück auf Play und lass dich von der Musik tragen, ohne dass du gleich alles verstehen musst. Vielleicht denkst du unterwegs an das, was wir besprochen haben: an das Sechstonthema, die Klarinette und die Themen aus den früheren Sätzen. Ich hoffe, dass du die Reise durch mein Finale ebenso packend findest wie ich, als ich es geschrieben habe.
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Ich hoffe, es hat dir Freude gemacht, mit mir den Satz IV. Allegro con fuoco aus meiner Sinfonie Nr. 9 Schritt für Schritt zu hören. Wenn du jetzt noch einmal an den Schluss denkst, in dem das Finale aus e-Moll am Ende nach E-Dur findet, merkst du vielleicht, wie viel Licht in diesem letzten Satz steckt. Vielleicht erkennst du beim nächsten Hören auch gleich die Themen aus den früheren Sätzen wieder, die ich hier noch einmal zusammenführe. Mit diesem Satz ist die Sinfonie aber noch lange nicht auserzählt, denn es gibt in meiner Sinfonie Nr. 9 noch vieles zu entdecken. Die anderen Sätze, ihre Entstehung in New York und die Geschichten dahinter warten darauf, dass du dir Zeit für sie nimmst. Klick dazu einfach auf die Links unten und stöbere weiter in meiner Sinfonie Nr. 9. Ich freue mich, wenn du danach mit offenen Ohren wiederkommst.